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„Father Mother Sister Brother“: Der neue Jim Jarmusch ist da

Der Film „Father Mother Sister Brother“ von Jim Jarmush kommt diese Woche in die Kinos.
Der Film „Father Mother Sister Brother“ von Jim Jarmush kommt diese Woche in die Kinos. (© Vague Notion, Photo / Yorck Le Seaux)

Jim Jarmush ist zurück im Kino: Sein neues Drama „Father Mother Sister Brother“ ist erneut ein Episodenfilm und gleichzeitig ein intensives Familiendrama.

Regie-Legende Jim Jarmusch liebt es, Episodenfilme zu drehen und auf diese Weise ein Thema mit Variationen immer wieder neu zu erzählen. In „Father Mother Sister Brother“ sind es Familienbeziehungen, die ihn interessieren, vor allem, wenn sie gestört sind. Der Film kommt jetzt in die Kinos

Die Schauplätze von „Father Mother Sister Brother“ könnten unterschiedlicher nicht sein: eine vollgerümpelte Bruchbude in der tiefsten amerikanischen Provinz, ein piekfeines Stadthaus in Dublin und eine nach dem Tod der Bewohner ausgeräumte Wohnung in Paris. Doch sie haben eines gemeinsam: Die Familien, die sich dort treffen, haben alle einen Knacks. Das enthüllt sich, Jarmusch-typisch, erst nach und nach – in langen, ruhigen Einstellungen, in lakonischen Dialogen und mit Lücken im Erzählen, die der Zuschauer selbst schließen muss.  Klar ist: Weder der Vater in seinem einsamen Haus am See – Tom Waits spielt ihn brillant als prädementen Zausel mit Hygieneproblem – noch die erfolgreiche Schriftstellerin (Charlotte Rampling,„Dune“), die ihre Töchter Timothea und Lilith einmal im Jahr zum Tee lädt, haben ihren Kinder irgendetwas zu sagen – und schon gar keine echten Gefühle entgegenzubringen. Erst die letzte Episode, das Wiedersehen der Zwillinge Skye und Billy (Foto), die nach dem Unfalltod ihrer Eltern ein letztes Mal deren Wohnung besuchen, zeigt, dass Jarmusch nicht nur Ironie, sondern auch Zärtlichkeit kann – und auch hier haben es die Kinder verpasst, ihren Eltern nahe zu kommen… Ob das alles nun so bedeutsam ist, dass „Father Mother Sister Brother“ zu Recht den Goldenen Löwen in Venedig abgestaubt hat? Auf jeden Fall ist es, Jarmusch-typisch, äußerst unterhaltsam.

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