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Friedmanns Vier auf RTL+: Verlust in der Familie

Als die Serie Friedmanns Vier beginnt, liegt Emma (Picco von Groote) bereits im Sterben. Während sie ins Krankenhaus transportiert und dort erstversorgt wird, sehen wir in Rückblenden, was ihr Leben ausmachte: den Gatten Mischko Friedmann (Tom Beck) und die drei Töchter Maya (Anna-Lena Schwing), Tilda (Kya-Celina Barucki) und Carla (Amadeo*Leo Arndt). Dann gibt es eine Rückblende, in der gezeigt wird, wie die Ehefrau und Mutter ums Leben kommt und welche Zufälle zu ihrem Tod führen.

So gesehen ist der Titel Friedmanns Vier falsch – eigentlich. Denn die vierte Frau im Leben Mischkos geht ja nicht, obwohl sie tot ist. Ob Träume, Rückblenden oder Videoaufzeichnungen: In immer neuen Zusammhängen taucht die Verstorbene in der Handlung auf, ob in liebevoller Erinnerung, schmerzaften Momenten oder totaler Verzweiflung.

Friedmanns Vier ist aber nicht nur eine Serie über einen schmerzaften Verlust – sie ist auch eine dreifache Coming-of-Age Geschichte. Und obwohl man heute darauf wetten kann, dass irgenwo in einer Geschichte immer Diversität in irgendeiner Form drin ist – hier funktioniert es: Carla (Amadeo*Leo Arndt) lässt sich zwar just zum Zeitpunkt des Todes ihrer Mutter von Klassenkameradinnen zwangsschminken, aber nur kurze Zeit später gesteht sie ihrem Vater, dass sie tief in sich drin fühlt wie ein Junge. Ihre Schwester Tilda hingegen hat ganz andere Gedanken am laufen. Sie steht kurz davor, ein selbst geschriebenes Bühnenstück auf die Schulbühne zu bringen und muss nur noch den den Hauptdarsteller casten: Sie ist in Rokko verliebt und will ihn unbedingt ins Ensemble holen. Bleibt noch Maya, die, statt zu lernen, fleißig Klausuren für die Eltern kopiert fälscht sowie die Unterschriften für die Lehrer und auch noch die Schule schwänzt – vor allem in den Tagen nach dem Tod ihrer Mutter.

Wie die gesamte Familie inklusive Mischkos Schwiegereltern den Nackenschlag wegstecken und sich dabei noch weiterentwickelt: davon handelt die Serie Friedmanns Vier, die ab sofort auf RTL+ gestreamt werden kann.

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