KULTUR

Für die Kinder von gestern, heute und morgen: Nationaltheater, München

Bayerische Staatsoper
Foto: © Wilfried Hösl

Auch sechs Jahre nach ihrem Tod fehlt sie. 2009 starb Pina Bausch an Lungenkrebs, und sei es aus Pietät, sei es aus Schockstarre, sei es wegen der Tatsache, dass keine Künstlerin von Rang ihr nachfolgen konnte – seither ist das Tanztheater als eigenes theatrales Genre eigentlich vorbei. (Dass Bauschs Wuppertaler Compagnie heute am Boden liegt, hat allerdings auch mit desaströsen kulturpolitischen Entscheidungen zu tun.)

Aber: Bauschs Œuvre existiert ja weiterhin. „Für die Kinder von gestern, heute und morgen“ entstand 2002, in einer Phase, in der sich Bausch weg vom Tanztheater bewegete, zurück zu einer ans Ballett angelegten Bewegungssprache, weswegen es ein interessantes Experiment ist, das Stück neu mit einer klassischen Ballettcompagnie einzustudieren.

2008 hatte Bausch selbst angeregt, die Arbeit (als bislang einzige aus ihrer späten Schaffensperiode) mit einem fremden Ensemble einzustudieren, das Konzept entstand in enger Zusammenarbeit mit der Jahrhundertchoreografin. Für das Bayerische Staatsballett ist „Für die Kinder von gestern, heute und morgen“ der Abschluss der Reihe „Tanzland Deutschland“, die über vier Spielzeiten wichtige Tanzpositionen in der Bundesrepublik rekapitulierte, von Schlemmer über Kandinsky und Neumeier bis zu zeitgenössischen Arbeiten von Forsythe bis Siegal.

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