Fury In The Slaughterhouse

„The Color Fury“ hieß die letzte CD der Hannoveraner Erfolgsband – ein Gesamtkunstwerk: Fünf Jungregisseure drehten Kurzfilme; Cover, Plakate und Homepage wurden von PopArt-Künstlern gestaltet. Während der letzten Tour liefen die Clips in den Kinos. Gitarrist Christof Stein-Schneider erzähglt, wohin nun die Pferde laufen.

citymag: Christof, euer Album ist vielschichtig – mit Streichern, Pianisten und einem Multimedia-Projekt drumherum. Allerdings vermisse ich den roten Faden. Ist das noch Fury?

Christof Stein-Schneider: Komisch, ständig müssen wir uns den Vorwurf anhören: Ihr klingt immer wie Fury, seid doch mal innovativ! Den roten Faden gibt es doch. Angefangen bei Kais Stimme bis zu unseren Gitarren. Die erkennt man immer.

citymag: Wollt ihr jetzt mehr klassische Akzente setzen oder eher in Richtung Britpop gehen?

Stein-Schneider: Fury denkt nicht in solchen Schubladen. Wir lieben die Vielfalt.

citymag: Ihr hattet zehn Streicher im Studio. Kommen die mit auf Tour?

Stein-Schneider: Bist du verrückt? Dann wären wir pleite. Nee, wir können halt drei bis vier Stücke von der neuen Scheibe live nicht bringen.

citymag: Parallel läuft ein multimediales Großprojekt mit Kurzfilmen, den hannoverschen PopArt-Künstlern Andora & Della, Schauspielern wie Jan-Josef Liefers, Peter Lohmeyer und anderen. Böse Zungen lästern über „seichte Musik mit großem Aufwand“ …

Stein-Schneider: Quatsch! Künstler müssen heute im Netzwerk arbeiten. Das ist eine Befruchtung, die jedem PR bringt. Wir haben sogar Geld von der Filmförderung bekommen. Fury ist jetzt zum ersten Mal echte Kultur. Die Filme liefen in den Cinemaxx-Kinos, und der Kurzfilm von Franziska Stünkel wurde sogar auf der Berlinale und in Cannes gezeigt. Im letzten Herbst gabe es dann eine DVD mit den Filmen, der Musik und einer Dokumentation über den ganzen Entstehungsprozess.

citymag: Ihr seid wieder zurück bei eurer alten Plattenfirma SPV. Bereut ihr es, damals zur Emi gewechselt zu sein?

Stein-Schneider: Ich bereue keinen Schritt. Auch wenn’s ein Fehler war.

citymag: Kai Wingenfelder nennt dich „rothaarige Dicklippe“. Wie nennst du ihn?

Stein-Schneider: Sangesschwuchtel.

Interview: Sabine Bundschuh

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