G. Love & Special Sauce

G. Love

Aus Blues, Rap, Rock‘n‘Roll und dem geist des amerikanischenFolksongs rührt der passionierte Hobykoch Garret Dutton alias G. Love seine „Special Sauce“ zusammen, die seinem neuen Album „Yeah, It‘s That easy“ die unverwechselbare geschmacksnote verleiht. Die Songs sind prägnante Statements. Darunten können auch Liebeslieder sein, aber G. Love nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er von dem singt, was in Amerika (und nicht nur dort) falsch läuft. Trotz mehrfachen Perso´nalwechsels ist „Special Sauce“ G. Loves Haupt-Begleitband geblieben, aber auch die Musiker seiner anderen Projekte haben ihren Teil zu „Yeah, It‘s That Easy“ beigetragen.

Kultur!News: Wie kriegst du deine vier Bands unter einen Hut?

G. Love: Als Special Sauce sind wir ein Trio, und unser Sound ist zeimlich aufs wesentliche reduziert, die All Fellas Band ist meine alte High-School-Band, da schaffen wir immer eine Partyatmosphäre. The Philly Cartel ist ein Studioband mit Studiomusikern, und King‘s Court ist wieder ganz anders. Aber es laüft nicht so, daß ich mir überlege, welcher Song am besten zu welcher Band paßt, sondern es passiert das, was gerade anliegt, woran wir gerade arbeiten.

K!N: Special Sauce entstand in Boston, wo du als Straßenmusiker am harvard Square gespielt hast. Ist deine Musik nicht aber dennoch von deiner Heimatstadt Philadelphia geprägt?

G. Love: Seit damals sind wir alle aus Boston wegezogen, ich bin nach Philadelphia zurück, unser Drummer ist nach New Orleans gegangen und Jim, unser Bassist, wohnt jetzt in San Francisco. Aber unsere Musik ist der Blues der Straßen von Philadelphia. Da ist der Vibe, daher kommt meine Musik, viele der Songs handeln von Dingen, die ich in Philly gesehen oder erlebt habe. Es ist die Stadt, die ich am besten kenne. Ich will dort spielen, wo meine Musik geboren wurde. Wir haben weniger als eine Meile von dort entfernt aufgenommen, wo ich meinen ersten Song geschrieben habe, und der Ort, wo ich zuerst aufgetreten bin, war auch nicht weiter weg.

K!N: Woher kommen dein Ideen? Sind das auch Stadtgeschichten?

G. Love: Das sind zum Teil wahre und zum Teil fantastische Geschichten. Ich schreibe über Philadelphias Basketball-Team, über einen Freund, der heroinabhängig war, über eine Polizistin, die von zwei Old-School-Rappern aus Philadelpha erschossen wurde. „Willow Tree“ ist ein etwas anders Liebeslied. In Philadelphia gibt es einen Park mit Weidenbäumen direkt am Delaware-Fluß, uund es ist fast wie eine Liebesaffäre zwischen den Weiden und dem Fluß. Sie sind immer bei einander, die Bäume trinken vom Fluß, und die Bäume beschatten das Wasser, alles in Harmonie.

K!N: Wie ernsthaft ist deine Musik?

G. Love: Sie ist immer ernsthaft, auch wenn sie humorvoll daherkommt. Ich nehme die Musik immer ernst, Ohne Aufrichtigkeit kann man Emotionen nicht besingen. Wenn ich zu meiner Gitarre greife, ist das nicht als Witz zu verstehen, sondern das ist meine Leidenschaft und mein Leben.

K!N: Wie bist du eingentlich darauf gekommen, Songs zu schreiben?

G. Love: Darüber habe ich nie bewußt nachgedacht, ich habe es einfach getan. Mir sind meine alten Sachen auch nicht peinlich, im Gegenteil, ich wünschte, ich könnte immer noch so schreiben. Ich war ein Träumer, und absolut idealistisch, und das Schreiben war eine so reine und unschuldige Tätigkeit…

K!N: Hast du musikalische Vorbilder?

G. Love: Meine ersten Helden waren Bob Dylan und John Hammond. Ich war mit 17 bei einem seiner Konzerte, und es hat mich einfach umgehauen! Er war so cool, so elegant und hat so mitreißend gespielt, wie ich es vorher nie gesehen hatte. Ich habe mich total mit ihm identifiziert und wollte so sein wie er. Er war vier Jahre älter und hatte mit 20 seine erste Platte gemacht, und ich habe mir gesagt: du hast noch drei Jahre, also los!

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