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Georg Precht/Richard Precht: Das Schiff im Noor

Einen literarischen Krimi verspricht der Verlag. Neugierig schlage ich das dicke Buch auf und beginne zu lesen. Denn literarische Krimis lese ich gerne, da sie nicht nur spannend sind, sondern auch eine intellektuelle Bereicherung. Am Anfang wird hier auf poetische Weise Gegenwart mit Vergangenheit verwoben und eine dänische Inselidylle mit skurrilen Bewohnern heraufbeschworen. Schön, denke ich. Aber dann setzen erste Zweifel ein: Ein junger Kriminalassistent wird zur Schulung auf eine dänische Insel geschickt. Der Mensch soll also in der Einsamkeit ohne kompetente Kollegen etwas über kriminalistische Finessen lernen? Nun gut, es handelt sich ja um einen literarischen Krimi. Doch gegen Ende der Lektüre dieses opulenten Romans frage ich mich genervt, warum man einer geneigten Leserschaft eine derart zähe Story vorsetzen muß: Diese an sich nicht uninteressante Geschichte um ein vor zweihundert Jahren gesunkenes Schiff hätte man wesentlich kürzer, vor allem aber wesentlich spannender erzählen müssen! Und das ist um so bedauerlicher, als Anfang- und Schlußkapitel hervorragend geschrieben sind. (gks)