Gerhard Polt erklärt seinem Enkel die Demokratie

„Umgebracht worden ist immer, da hat’s noch gar kein Fernsehen gegeben.“ Kabarettist Gerhard Polt erklärt seinem Enkel, dem Bubi, die Welt und schreckt dabei vor keinem radikalen Erkärungsmuster zurück. „Wir hätten heute noch keine Demokratie, wenn es die Erfindung der Guillotine nicht gegeben hätte. Die haben die Leute so lange geköpft, bis die Demokratie gekommen ist“, lautet dabei nur eine der harmlosen Einwendungen. Polt gehört zu den Kabarettisten, die sich um die Tagespolitik nicht kümmern – ihn interessiert der große Blick, vielleicht der historische, vielleicht der philosophische, auf alle Fälle aber immer der zurückgelehnte Blick, der entspannte. Das ist mitleidlos angesichts der Schrecken der letzten Tage, sagen Sie? Nun, Gerhard Polts Auftritt ist schon wenige Monate her, aber auch heute wäre dieser Blick nichts anderes als – ehrlich und ungeschminkt. Und hier der Rausschmeißer: „Was nutzt dir eine Demokratie, wenn du den Maschmeyer nicht kennst?“

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