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Giancarlo De Cataldo / Carlo Bonini: Die Nacht von Rom

Wenn man als Bauleiter in Rom an einen Bagger gefesselt wird und mit Eisenstangen die Beine zertrümmert bekommt, darf man das nicht allzu persönlich nehmen. Schließlich geht’s hier ja nur um Grüße von einer Unterweltsgröße an die andere. Fabio grüßt Sebastiano, denn beide streiten um die Macht von Mafiaboss Samurai, der im Gefängnis vermeintlich kalt gestellt ist. Alles dreht sich um Einfluss auf lukrative Bauvorhaben, wie zum Beispiel eine neue U-Bahnlinie. So kann man Druck auf Politiker ausüben, Bürgermeister nach Wunsch im Amt halten oder abschießen. Und da nicht nur in der Stadtverwaltung gerade jemand seine Chance wittert, sondern auch noch der Vatikan mitmischt, wird es rund um das Kapitol zunehmend brenzlig. Bei einem inszenierten Müllarbeiterstreik eskaliert die Situation und Rom fängt buchstäblich Feuer. Mit ihrem wirklichkeitsnahen Mafiathriller zeigt das italienische Autorenduo De Cataldo und Bonini wieder einmal, wie durch Korruption und Gewalt demokratische Prozesse in Rom unterlaufen werden, wirtschaftliche Entscheidungsprozesse und der politische Alltag unter Einfluss der Mafia stehen. Sie greifen sie auf Kenntnisse und Recherchen als Richter und Journalist zurück und überspitzen die Situation des Frühjahrs 2015 zur Satire. Traurig, dass sie bei der klischeehaften Darstellung von realen Personen gar nicht allzu viel dazuerfinden mussten.

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