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Girls support girls: Die 10 besten Kollaborationen weiblicher Artists
Female Rage, Schwesternliebe und Girlhood pur: 10 Kollabos, die beweisen, dass im Pop längst Platz für alle ist.

Dass Frauen seit Jahren die Charts anführen, ist kaum zu übersehen: Charli XCX, Beyoncé, Taylor Swift. Fällt das Wort „Popstar“, denken wir sofort an unzählige Künstlerinnen, und die Männer haben Mühe, da mitzuhalten. Jetzt gewinnen auch Madonna und Sabrina Carpenter für ihre ikonische Zusammenarbeit den Preis für die Kollaboration des Jahres bei den MTV VMAs. Höchste Zeit, auf die besten gemeinsamen Songs weiblicher Artists zurückzublicken.
Besonders in den letzten Jahren ist einiges passiert: FLINTA-Kollektive werden größer, Frauen pushen sich gegenseitig nach oben. Der alte Mythos, in der Branche sei nur Platz für wenige und man müsse andere kleinmachen, um selbst einen Platz zu bekommen, verliert endlich an Kraft. Weibliche Kreativität wird dadurch immer gemeinschaftlicher und dabei entstehen Hits, und es werden Themen verhandelt, die allein kaum so laut geworden wären.
Madonna × Sabrina Carpenter – „Bring Your Love“
Madonnas Comeback-Jahr mit ihrem Album „Confessions II“ war riesig, und trotzdem nutzt sie ihre Strahlkraft, um die nächste Generation zu pushen, allen voran Sabrina Carpenter. Bei deren Coachella-Headliner-Slot stand Madonna als Überraschungsgast auf der Bühne. Die beiden performten „Like a Prayer“ und feierten die Live-Premiere ihres gemeinsamen Songs. Es war ein Moment wie eine Staffelübergabe. Statt Konkurrenzdenken, das Frauen jahrelang eingetrichtert wurde, gab es Tipps, Begleitung und Rückenwind. Als Künstlerin hat man es schließlich schwer genug.
PinkPantheress × Zara Larsson – „Stateside“
Für die Neuauflage ihres Albums hat die britische Ausnahmeproduzentin PinkPantheress gleich mehrere Künstlerinnen versammelt, um ihre Songs neu aufleben zu lassen. Am lautesten eingeschlagen hat „Stateside“ mit der schwedischen Popsängerin Zara Larsson. Auf elektronischem Beat pushen sich die beiden gegenseitig hoch, heraus kommt ein wahnsinnig catchy Track. Einen zusätzlichen Schub gab es bei den Olympischen Spielen: Alysia Liu lief ihre Kür zu dem Song, holte damit den Sieg und wurde zum Gesicht für Erfolg ohne Druck. Ein Song, der Frauen auf vielen Ebenen empowert hat.
Taylor Swift × Phoebe Bridgers – „Nothing New“
Um die Rechte an ihrer Musik zurückzugewinnen, hat Taylor Swift fast alle ihre alten Alben neu aufgenommen. Als Goodie für die Fans gab es bisher unveröffentlichte Schätze, die „From the Vault“-Tracks. Im November 2021 kam mit „Red (Taylor’s Version)“ „Nothing New“ mit Phoebe Bridgers. Der Song trifft mitten ins Herz und ist Girlhood pur: die Angst davor, älter zu werden, nicht zu wissen, wer man ist, und die ständige Suche nach sich selbst klingt durch die beiden Stimmen nach einer verständnisvollen Umarmung.
Charli XCX × Lorde – „Girl, so confusing“ (Remix)
„brat“ war ein ikonisches Album, das Charli XCX’ Karriere auf ein neues Level gehoben hat. Dann kam die Deluxe-Version, komplett mit Features und neuen Mixes. Sich für die Liste nur einen Song auszusuchen, war schwer, aber der Remix mit Lorde muss sein. Die beiden hatten jahrelang kaum Kontakt, es gab Streit, und auf dem Remix sprechen sie sich aus. Der Song zeigt, wie Missverständnisse und Erwartungen der Branche zwei Frauen auseinanderbringen können, obwohl sie sich eigentlich mögen. Ein Gespräch kann viel geradebiegen, man versteht Unsicherheiten besser und projiziert weniger auf andere.
Lady Gaga × Beyoncé – „Telephone“
Bis heute warten Fans auf eine Fortsetzung, denn das Video endet mit den Worten „To be continued“. Lady Gaga war in den 2010ern eine Erscheinung für sich: provokant, wegweisend in Mode und Musik, für Aufsehen sorgte sie wie kaum eine andere. Die Zusammenarbeit mit Beyoncé war ein Riesending. In einem einzigen Song entstand ein ganzes Pop-Universum mit Choreo, Locations und Outfits, und die beiden stellen dabei eine Polizeiwache auf den Kopf. Dem Pop waren in diesem Moment keine Grenzen gesetzt, die Kreativität schien endlos. Der Platz auf dieser Liste ist mehr als verdient.
Nina Chuba – „Rage Girl“ (Remix)
Auch in Deutschland lebt der Girls-support-girls-Trend auf. Zum Glück! In „Rage Girl“ nimmt Nina Chuba Wut ins Visier und zeigt, dass Frauen wütend sein dürfen, sich verteidigen können und es trotzdem ganz nach oben schaffen. Gerade für ihre junge Fangemeinde ist das eine wichtige Botschaft. Übertreffen ließ sich das nur mit einem Remix: Die 27-Jährige holte Badmómzjay, Eli Preiss, Marie Bothmer, Rua, Kauta, Layla, Kayla Shyx und Esther Graf dazu und trat im Video als Einheit auf. Gemeinsam stellen sie sich gegen ein männlich geprägtes und kontrolliertes Weltbild. Female Rage gegen das Patriarchat.
RAYE × Absolutely & Amma – „Joy“
Schwesternpower pur: „Joy“ ist eine Ode an die Freude, die RAYE gemeinsam mit ihren mindestens genauso talentierten kleinen Schwestern Absolutely und Amma geschrieben hat. Die beiden waren schon als Support auf ihrer großen Welttournee dabei. Musik war für die drei immer eine Familienangelegenheit. RAYE, die seit Jahren Erfolge feiert, nimmt es als selbstverständlich, ihre Schwestern mitzunehmen und die großen Bühnen mit ihnen zu teilen. Jeden Abend singen sie „Joy“ gemeinsam, die Stimmen ergänzen sich perfekt, und die Freude des Trios springt sofort auf das Publikum über.
CÉLINE × Paula Hartmann – „3 Sekunden“
Eines der schönsten Features der letzten Jahre hat einen traurigen Anlass. In „3 Sekunden“ singen CÉLINE und Paula Hartmann über sexualisierte Gewalt gegen Frauen: über schiefe Blicke, über das Gefühl, nur noch als Körper gesehen zu werden, und darüber, wie es ist, den Schlüssel in der Faust auf dem Heimweg zu halten. Die beiden überzeugen mit Stimme und Emotion und ohne große Metaphern. Sie fragen Männer, die sich ein Leben in ständiger Wachsamkeit nicht vorstellen können, direkt: Was wisst ihr davon?
Doechii × SZA – „girl, get up.“
Ein Hype-Song, und die erste Zusammenarbeit von Doechii und SZA seit „Persuasion“ (2022). Die beiden wehren sich gegen Hater und feiern den Erfolg, auf dem sie gerade schwimmen. Sie erinnern sich gegenseitig aufzustehen und machen den Song zur Motivation für alle Frauen, deren Erfolg ständig hinterfragt und kleingeredet wird. Sie schießen gegen Vorwürfe der Industrie-Planung und zeigen, dass sie sich mit Talent und harter Arbeit ihren Platz an der Spitze verdient haben. Schade, dass es so einen Song braucht. Eigentlich sollte jeder beim Hören merken, auf welchem Niveau hier Musik gemacht wird, wie das soulige, gerappte Feature einmal mehr beweist.
Shakira × Rihanna – „Can’t Remember to Forget You“
Zwei der wichtigsten Künstlerinnen der 2010er, beide mit Nummer-eins-Hits, und nur dieses eine gemeinsame Feature. Während wir bei Rihanna weiter auf ein Comeback warten, ist Shakira weiterhin aktiv. Schade, denn das Duo würde man gern öfter sehen. 2014 waren die Schlagzeilen leider von Übersexualisierung geprägt, kaum jemand schrieb neutral über den Sound. Dabei ist klar: Reggae und R&B verschmelzen hier zu einem Hit, der bis heute tanzbar ist und seinen Platz auf dieser Liste verdient hat. Mit Feuer und Wasser am Set kontrollieren die beiden nicht nur den Sound, sondern auch die Szene.
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