Go Plus

Als „die kommenden Heroen des LoFi-Pop“ wird das Trio Go Plus aus Hamburg angepriesen. Ihr Album „Largo“ ist in Kooperation zwischen dem Berliner Label Kitty-Yo und der Plattenfirma V2 erschienen. Pit Przygodda ist Texter, Sänger und Gitarrist.

K!N: Pit, im Info zu eurer Platte steht, daß eure Musik warm klingt. Für mich klingt sie eher monoton und schrammelig. Wo liegt das Mißverständnis?

Pit: Der Typ, der das Info geschrieben hat, hat sicherlich einen anderen musikalischen Background und andere Platten im Schrank stehen als du. Wenn man warm mit soulig, bluesig gleichsetzt, kommt man sicherlich nicht weiter. Da ist unsere Musik schon eher … vielleicht europäisch kühler.

K!N: Wie würdest du sie selbst beschreiben?

Pit: Pop in englischer Songwriter-Tradition mit deutschen Texten. Die Gitarre ist im weitesten Sinne eine Schrammelgitarre. Die Texte sind persönliche Texte, die von Gefühlen handeln.

K!N: In welchem Zusammenhang seht ihr euch mit der sogenannten Hamburger Schule und Bands wie den Sternen?

Pit: Der Punkt, an dem meine Gitarre dengelig geworden ist, war sicher, als ich diese Bands wahrgenommen habe. Aber das ganze Harmonievokabular und der Umgang mit Melodien ist bei uns ein ganz anderer als Hamburger Schule. Die haben eher den Punk- und Rock‘n‘Roll-Background, während wir doch eher in der Songwriter-Chanson-Tradion stehen. Unsere Musik besteht nicht nur aus drei Akkorden.

K!N: Welche Message hat Go Plus?

Pit: Ich bin kein besonders politischer Mensch, also nicht so wie HipHop-Bands, die sagen das und das ist scheiße. Aber natürlich mache ich Musik, um meine Sicht der Welt auszudrücken und mitzuteilen. Wenn ich anderen Menschen damit etwas geben kann – und ich weiß aus Rückmeldungen, daß das passiert – dann ist das toll.

K!N: Wie sind eure Erfahrungen mit dem Musikbusiness?

Pit: Wir werden manchmal gefragt, ob die Plattenfirma uns jetzt dreinredet, aber das ist überhaupt nicht so. Wir sind bei einem kleinen Label, machen seit acht Jahren Musik, sind um die 30 – uns überrascht ja jetzt kein Übernachterfolg und wir sind auch keine „Lebe-schnell-stirb-jung“-Typen.

Interview: Doris Krieger

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