„Gosford Park“ bei Arte: „Downton Abbey“ mit Anspruch
„Gosford Park“ läuft am 8. Februar bei Arte und ist bis 9. März in der Arte-Mediathek zu finden.
Die englische Upperclass der 1930er-Jahre trifft sich zu einem Jagdwochenende auf einem noblen britischen Landsitz. Was das historische Setting und die aufwändige Ausstattung betrifft, könnte man es hier auch mit dem neuen Film von James Ivory zu tun haben. Regisseur Robert Altman aber ist, ganz im Gegensatz zu seinem Kollegen James Ivory („Zimmer mit Aussicht“, „Was vom Tage übrig blieb“) auch auf seine alten Tage noch ein unverschämt versierter und bissiger Gesellschaftsbeobachter. Er führt uns zwei Dutzend Figuren und ihre Schicksale vor.
Nicht zuletzt dank des hochkarätigen Ensembles – unter anderem Dame Maggie Smith, Kristin Scott Thomas („Slow Horses“), Michael Gambon, Dame Helen Mirren, Emily Watson, „Die Vertraute des Mörders“ – ist es eine grandiose Leistung, wie er die Geschichten miteinander verwebt und wir mit Spannung folgen. Die Welt der Dienstboten und Zofen ist Altman genauso viel Aufmerksamkeit wert wie die der Herrschaften. Er lässt sich viel Zeit, die Figuren vorzustellen, ihre Verhaltensweisen und Spleens – um sein breites Gesellschaftsporträt schließlich zu einem Krimi umzufunktionieren: Der Hausherr ist tot, und viel zu viele der Anwesenden haben ihre Freude an seinem Ableben …