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TV-Tipp: „Geniale Göttin – Die Geschichte von Hedy Lamarr“

Hedy Lamarr
Hedy LamarrFoto: Eurovideo

Wie bedeutend Hedy Lamarr in der amerikanischen Filmindustrie war, zeigt sich an diesem Beispiel: In seiner Westernkomödie „Is was, Sheriff“ von 1972 gibt Mel Brooks seinem Bösewicht den Namen Hedley Lamarr – sodass er in einer gewitzten Vermischung von Fiktion und Realität von allen immer nur Hedy genann wird, was wiederum dafür sorgt, dass er das dauernd verbessern muss („Es heißt Hedley!”) Brooks’ Running Gag ist eine liebevolle Hommage an die Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr (1914–2000) – die dies aber gar nicht lustig fand. Sie drohte Brooks zu verklagen wegen des Gebrauchs von Hedley, weil das zu nah an Hedy war.

Doch Hedley, nein: Es heißt Hedy!, hatte noch viel mehr drauf als Prozesse vom Zaun zu brechen. Nicht nur war die geborene Österreicherin ein Filmstar der 30er und 40er, sie durchschaute das Business und ihre Rolle darin auch hellsichtig („Jedes Mädchen kann glamourös sein. Du musst nur still stehen und dumm dreinschauen“). Und sie arbeitete als Erfinderin und entwarf im Zweiten Weltkrieg eine Funksteuerung für Torpedos, die letzlich Jahrzehnte später zur Entwicklung der Bluetooth-Technologie führte.

Die Doku Geniale Göttin – Die Geschichte von Hedy Lamarr gibt es bis 18. November noch in der Arte Mediathek. Die DVD gibt es bei Eurovideo.

P. S.: Den Streit mit Mel Brooks klärte Lamarr übrigens außergerichtlich. Dieser „revanchierte” sich: Er ließ die von ihm gespielten Figur zum wiederholt über die Namensverwechslung erbosten Hedley Lamarr sagen: „Dieser Film spielt 1874. Da können Sie doch Hedy verklagen!”

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