Hello Emerson: How to cook everything
Zwischen American Football und Lambchop: Das Mittwest-Trio Hello Emerson bezaubert mit kleinen Songs über Mittwestalltag und Jugenderinnerungen

„Folk und Country sind bloß Bauernhof-Emo“ hat mal irgendein schlauer Mensch gesagt, und es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass jener schlauer Mensch das über Hello Emerson gesagt hat. Gehen wir mal die Checklist durch: Ein Trio aus dem mittleren Westen, das kleine Songs über kleine, alltägliche Gefühle und Geschehnisse schreibt, und diese dann gitarrenlastig vertont. Wären die Gitarren zu den Refrains hin verzerrt, wäre das lupenreiner Midwest-Emo, doch sind die Texte des Songwriters und Sängers Sam Brodary mehr betulich als bombastisch.
Kleinkunst und sanfte Ironie zwischen American Football und Lambchop
Während Emo zum Kitsch neigt, vertonen Hello Emerson Mittwestalltag und frühalte Jugenderinnerungen mit einem warmen, von Kontrabass und Bläsern geerdeten Americana-Sound, genau zwischen American Football und Lambchop. Das reicht von charmanter, sanft ironischer Altklügelei bis zu Kleinkunstkitsch, aber man kann es Brodary nicht verübeln, wenn seine Texte dabei nur selten an die Intimität ranreichen, die Kurt Wagner beispielsweise Lambchop-Songs einzuschreiben vermag. Dafür versöhnen Songs wie „We lost“, das mit einer dissonanten Bläser-Explosion eröffnet, die wie ein Post-Rock-Crescendo klingt, sich aber textlich weitaus weltlicher an gebrochene Nasen beim Hallenfußballspielen in Teenagerjahren erinnert. jl
How to cook everything ist gerade auf K&F Records erschienen. Das Album könnt ihr bei Amazon kaufen.
Hello Emerson: „How to cook everything“ im Stream auf Spotify hören:
Musik


Ein echter Songwriter: This is Lorelei im Interview

Positiver Twist: Massendefekt lassen sich ihren Optimismus nicht nehmen!
Hörenswert

- Review
Typologie eines Lebens von EBOW: Was Deutschrap sein kann
Das neue Album „Typologie eines Lebens“ der Rapperin Ebow liefert alles, was Deutschrap im besten Fall sein kann. Zusätzlich versteht die Künstlerin es Rap Traditionen feministisch umzudenken.

Ballerina aus Bratislava: Adéla übernimmt die Popwelt
Provokation, große Träume und Ballett. Adéla hat alle drei Elemente perfektioniert und dreht auf ihrem Debütalbum „PRIMA“ Pirouetten durch eine Popwelt, von der sie selbst einst nicht mal zu träumen wagte.

Beartooth mit Pure Ecstasy: Persönlichstes Album trifft auf Welttournee
Beartooth haben es wieder getan: Am 28. August ist mit „Pure Ecstasy“ das neue Album der Band aus Ohio erschienen und es ist in jeder Hinsicht ein Wendepunkt.