„Hi-Lo Country – Im Land der letzten Cowboys“ bei Arte
Pete und Big Boy lieben und verteidigen in den 1940-Jahren noch das freie Leben als Cowboys. Dann verlieben sie sich in dieselbe Frau, die mit dem Vorabeiter des Großgrundbesitzers verheiratet ist …
„Hi-Lo Country – Im Land der letzten Cowboys“ läuft am 15. Februar bei Arte und ist bis 15. März in der Arte-Mediathek zu finden.
Dies ist der Film, den Sam Peckinpah immer machen wollte. Gedreht hat ihn dann der Ur-Brite Stephen Frears. Dabei drehte man doch schon 1998, im Produktionsjahr des Films eigentlich keine Western mehr, höchstens Post-Spätwestern – und so einer ist dies. Auch hier sind Cowboys Cowboys, Schneestürme Schneestürme und Rinder, nun ja, Rinder. Aber die industrielle Viehrzucht macht auch vor Hi-Lo, New Mexico nicht halt. Big Boy (Woody Harrelson) und Pete (Billy Crudup) müssen sich in einer Welt zurechtfinden, wo Großkapitalisten ans Ruder gekommen sind, während sie für das Vaterland gekämpft haben.
Aber das Entscheidende sind die Charaktere in dieser Dreiecksgeschichte, die tragisch endet. Woody Harrelson als Big Boy ist beeindruckend, ein Ausbund an überschwenglicher Lebenslust, der nicht viele Fragen stellt und das Leben genießt. Kumpel Pete ist da schon grüblerischer. Kein Wunder, fängt Big Boy doch ausgerechnet mit der Frau seines Herzens eine wilde Affäre an … Vielleicht ist dies ja das Europäische an „Hi-Lo Country“: dass die psychologischen Verstrickungen den eigentlichen Stoff darstellen und Lasso, Saloon und Pokerspiel nur Accessoires der Geschichte sind.