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Home Free

Die A-capella-Band hat längst nicht mehr nur Coverversionen im Angebot. Doch jetzt trauen sich Home Free auch an einen Klassiker, vor dem sie sich viele Jahre gedrückt haben. Interview: Christoph Deutscher

Adam, Country auf a capella zu ziehen wirkt aufs Erste befremdlich, aber für euch ist das gar nicht so abwegig, oder?

Adam Rupp: Nein, drei unserer Bandmitglieder sind im Süden aufgewachsen, Country liegt ihnen also im Blut. Durch die Songs, die sie für die Sessions vorgeschlagen haben, konnten wir einen tieferen Zugang zu dem Genre finden. Country ist so harmoniebasiert, dass A-capella-Arrangements eigentlich total gut dazu passen. Wir waren ehrlich gesagt ziemlich überrascht, dass es keine anderen Countrybands gab, die a capella arbeiten.

„Take me home, Country Roads“ ist einer der wichtigsten Countrysongs aller Zeiten. War es eine Frage des Respekts, dass ihr bis jetzt gewartet habt, ein Cover aufzunehmen?

Rupp: Wir haben über fünf Jahre damit gewartet. Aber wie du schon meintest: „Take me home“ ist einer der wichtigsten Countrysongs, also wollten wir ihm auch gerecht werden. Wir haben einige verschiedene Arrangements probiert, aber keins war so richtig das, wonach wir gesucht haben. Letztlich hat unser Produzent einen Versuch in den Raum gestellt – und wir haben uns sofort verliebt.

Gibt es Momente, in denen euch das A-capella-Format einschränkt?

Rupp: Nicht mit den Songs, die wir schreiben, aber das Problem haben wir oft, wenn wir andere Songs covern. Meistens denken wir zum Beispiel gar nicht erst darüber nach, einen Song mit einem legendären Gitarrensolo zu covern. Es ist viel zu schwer, so etwas ohne Instrumente „cool“ klingen zu lassen. Eines unserer größten Wagnisse war unsere Version von Johnny Cashs „Ring of Fire“. Wir konnten diesen legendären Trompetenpart einfach nicht mit unseren Stimmen nachbilden.

Glaubst du, einer eurer Songs hat das Potential, ein Standard zu werden?

Rupp: Vielleicht, wenn noch mehr Leute unser neues Album „Dive Bar Saints“ hören: Es ist voll mit potenziellen Standards! Mir fällt es schwer, einzelne Songs zu benennen, aber auf dem Album machen wir mehr denn je unser eigenes Ding – und wir lieben jeden einzelnen Song.

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