Zum Inhalt springen

Jennifer Rush

Statt „Daewoo“ ruft Jennifer Rush jetzt „Credo“. So der Titel ihrer neuen CD (EMI) mit Powerpop im typisch stimmgewaltigen Rush-Stil. Die Stimme ist die alte, das Outfit neu. Die stolze Mutter einer dreijährigen Tochter hat sich striktes Lederverbot erteilt, sie will erwachsen sein. Statt Minirock weite, schwarze Beinkleider. Kultur!News sprach mit der New Yorkerin in einem sympathischen Englisch-Deutsch-Mix über ihre Musik sowie Lust und Frust des Erfolgs.

K!N: Deine neue CD heißt „Credo“. Der Titelsong hat einen religiösen Text, so etwa: Wenn wir an Gott glauben, können wir die Probleme der Welt lösen …

JR: Ja, das ist die Frage: Es heißt „Will he come today?“ Das kann auch heißen, daß wir uns selbst helfen, an uns selber glauben sollen.

K!N: Ist das die Botschaft?

JR: Ich bin keine Botschafterin. Es ist ein Gedankenanstoß.

K!N: Wie würdest du selbst deine Musik beschreiben?

JR: Das ist schwer. Es sind Titel, die die Menschen hoffentlich berühren, erfreuen, sie durch den Tag begleiten.

K!N: Auf „Credo“ finden sich auch Cover-Titel. Was ist der Reiz dabei?

JR: Die Leute denken immer, einem wäre der Stoff ausgegangen. Für mich ist ein guter Song einfach ein guter Song. Ich würde natürlich kein Lied aufnehmen, das vor zwei Jahren ein Riesenhit war. Ich liebe zum Beispiel „I can’t make you love me“ von Bonnie Raitt. Aber das ist wie bei einem Aretha-Franklin-Song: Du kannst es nicht besser machen. Wenn du einem Titel nichts hinzufügen kannst, dann vergiß es.

K!N: Und wenn die eigenen Songs wie „Power Of Love“ gecovert werden?

JR: Das ist großartig! So bin ich schließlich in Amerika doch zu einer Nr. 1 gekommen (lacht).

K!N: Der Erfolg kam bei dir früh und gewaltig. War das ein Fluch oder ein Segen?

JR: Wenn es ein Fluch gewesen wäre, würden wir hier nicht sitzen. Aber man hat diesen Anspruch, den Ehrgeiz, an die frühen Erfolge anzuknüpfen. Das ist nicht leicht.

K!N: Wie kam es zu deinem Abstecher in die Werbung?

JR: Das war Zufall: Die haben angerufen, es war sehr leicht und wurde gut bezahlt. Wenn die wüßten, daß ich gar keinen Führerschein habe … (schallendes Lachen)

Interview: Bärbel Pfannerer