Zum Inhalt springen

Jonathan Meese provoziert erneut mit „Lolita (R)Evolution“

Theaterpremieren Veranstaltungen NRW Februar Meese Lolita (R)Evolution Dortmund
Jonathan Meese – Lolita (R)Evolution Szenenfoto (2019 © PHOTOGRAPHY JAN BAUER . NET / COURTESY JONATHAN MEESE . COM)

Das Enfant Terrible der deutschen Kunst macht nach der Hitlergruß-Kontroversen munter weiter: Und erklärt Lolita zum utopischen Modell.

Der bildende Künstler und Theaterregisseur Jonathan Meese erklärt in seinem Stück am Schauspielhaus Dortmund ausgerechnet die titelgebende Figur aus Vladimir Nabokovs Roman „Lolita“ zum Archetyp einer neuen, utopischen Gesellschaftsordnung. „Lolita“ war wegen seiner ambivalenten Darstellung einer sexuellen Beziehung zwischen Humbert, einem erwachsenen Mann, und Dolores, einem minderjährigen Mädchen, jahrelang auf dem Index. Meese bleibt also so kontrovers wie eh und je.

Jonathan Meese sieht in „Lolita“ die Antwort auf Konsumlogik

Nun spricht Meese von „Lolita“, wie Humbert Dolores nennt, als einem „Prinzip ohne eigene Interessen“ und sieht in ihr einen Gegenentwurf zur neoliberalistischen Logik individuellen Glücks als höchstem gesellschaftlichen Gut. Die Kritik wird Meese, der zuletzt mit Hitlergrüßen bei Kunstperformances vor Gericht stand, intendiert haben: Schließlich übernimmt er in seiner Utopie den objektifizierenden Blick Humberts, der Dolores ihre Selbstständigkeit abspricht – und glorifiziert ihn sogar. Ob Meese das ernst meint oder sich wieder an einer politischen Groteske versucht, bleibt abzuwarten. jl

Lolita (R)Evolution startet am 15. Februar im Theater Dortmund. Weitere Informationen und alle weiteren Termine findet ihr auf der Website des Dortmunder Theaters.

Beitrag teilen:

Mehr Kulturhighlights imkulturnews.letter

Jetzt kostenlos abonnieren