Josh. live 2026: Respekt von Robbie?
Der „Cordula Grün“-Sänger hat nicht nur eine ernste Seite, sondern auch ein Lieblingsmitglied von Take That. Kleiner Tipp: Es ist nicht Robbie Williams …
Josh, am 22. Juni wirst du 40. Weißt du schon, wie du feierst?
Wir spielen am Abend zuvor in Kufstein, trinken vielleicht zwei Bier, dann ist eh Mitternacht, und früh schlafen gehen werden wir wohl nicht. Am nächsten Tag in den Zug nach Wien, um 19 Uhr spielt Österreich gegen Argentinien, und dann schauen wir mal, wie die Stimmung ist. Ein größeres Fest habe ich erst später im Sommer geplant.
„Wenn alle nach Hause gehen, bleib ich noch stundenlang wach/Wenn die Welt sich dann weiterdreht, dreht sich nicht alles um mich“, heißt es im Titellied deiner neuen Platte „Wer singt dann Lieder für Dich“, die am 10. April erscheint. Ist es schwer für dich, nach einer Show abzuschalten? Aber dann genießt du es auch, deine Ruhe zu haben?
Konzerttage haben ihren ganz eigenen Rhythmus. Das Adrenalin macht was mit dir. Nach einem Konzert dauert es immer bestimmt drei Stunden, bis ich schlafen kann. Da saust mir so viel im Kopf rum. Man fühlt sich dann schon komisch. Aber das Anhimmeln, das muss ich nicht permanent haben. Ich mache Musik nicht, um Popstar zu sein.
Du hast jetzt drei Mal im Vorprogramm von Robbie Williams gespielt, dem Paradebeispiel für einen aufmerksamkeitshungrigen Künstler. Wie hast du ihn erlebt?
Robbie? Überhaupt nicht. Seine Crew weiß mittlerweile, wer wir sind. Denen ist aufgefallen, dass ein ganzes Stadion bei meinen Sachen genauso laut mitsingt wie bei seinen. Beim zweiten Konzert haben sie mich noch leiser gedreht, beim bisher letzten in Klagenfurt nicht mehr. Da wächst also eventuell etwas Respekt. Robbie selbst bin ich nur einmal begegnet, als ein Security einen Freund und mich zur Seite geschubst hat, weil Robbie da durchwollte, wo wir standen. Er schottet sich komplett ab. Vielleicht ist er supersympathisch, vielleicht auch nicht – ich weiß es nicht.
Ist das immer so bei diesen Weltstars?
Lustigerweise haben wir auch mal vor Take That gespielt, das war das komplette Gegenteil. Gary Barlow hat uns von hinter der Bühne zugehört und wollte danach wissen, wer die Songs schreibt. Dann haben wir sehr nett übers Songschreiben geplaudert.
Auf deiner neuen Platte gibt es wieder absurd lustige Lieder wie die 80er-Jahre-Miami-Vice-Persiflage „Vertikal“, aber auch sehr ernsthafte wie „Die letzte Ballade“.
Beides bin ich, deshalb passt das. Ich liebe Nonsens-Lieder wie „Cordula Grün“ genauso wie heftig melancholische Nummern. Als ich vor einigen Jahren schwer depressiv war, bin ich zu einer Psychotherapeutin gegangen. Ich brauchte dringend Hilfe, trotzdem habe ich sie gebeten, mich nicht zu gründlich zu therapieren. Ich hatte Angst, keine Songs mehr schreiben zu können, wenn ich diesen Wahnsinn nicht mehr spüre.