Jürgen Bluhm präsentiert Schokoladenbuch in Münster

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In Münster hat Jürgen Bluhm nun erstmals sein neues Schokoladenbuch vorgestellt. Schon bei der Premiere des Werks wird deutlich, welchen sensiblen Thema er sich annimmt. Dabei gelingt es ihm, ganz unterschiedliche Seiten des Schokoladengenusses aufzugreifen. Jürgen Bluhm ist selbst Schokoladenliebhaber und hat als junger Mann insgesamt zehn Jahre seines Lebens in Südamerika verbracht. Hier konnte er während seiner Arbeit als Reiseführer und Anthropologe Bekanntschaft mit den Kakaobauern machen.

Schon früh hatte Bluhm großes Interesse an den südamerikanischen Naturvölkern, sodass es dann auch nahe lag, sich intensiver mit der Kakaobohne, den Bedingungen der Kakaoproduktionen und zum Schluss mit der Verarbeitung zur Schokolade auseinanderzusetzen. Sein Wissen und die Erkenntnisse, die er gesammelt hat, gibt er nun in seinem Buch weiter. “Schokolade. Das Geheimnis vom Glück” zeigt, welche Zusammenhänge es beim Kakaoanbau gibt, welche Wege die Kakaobohne nimmt, bevor sie schließlich in eine köstliche Schokolade verwandelt wird. Gleichzeitig unterstreicht er aber auch noch einmal, wie wichtig es ist, auf Schokolade zurückzugreifen, die fair produziert wurde, um die Welt zumindest für einzelne Kakaobauern in Südamerika ein bisschen besser zu machen.

Sein Buch veröffentlichte Jürgen Bluhm im fotoforum-Verlag in Münster

Es ist seit dem 1. Oktober im Buchhandel verfügbar und für alle Schokoladenfans ein Muss. Der aus Düsseldorf stammende Blum erklärte bei der Vorstellung seines Buches, dass ihn bis heute am Kakao vor allem fasziniert, wie alle Komponenten ineinandergreifen. So können in Südamerika inmitten des Regenwaldes die Kakaofrüchte nur durch die Hilfe anderer Lebewesen wachsen. Die Böden enthalten immerhin viel zu wenig Nährstoffe, um für die Pflanzen ausreichend davon bereitstellen zu können. Außerdem haben die Kakaopflanzen sehr mit denen für den Regenwald typischen sintflutartigen Regengüssen zu kämpfen.

Wie wenig die Kakaobauern in Südamerika selbst von dem Hype um die edle Bohne und die daraus hergestellte Schokolade haben, ist vielen hierzulande nicht bewusst. Durchschnittlich zwei Cent kommen pro gekaufter Tafel bei den Bauern an. “Die Schokolade aus dem Fairtrade ist zwar ein paar Cent teurer. Doch dieser Mehrpreis wird direkt an die produzierenden Bauern weitergegeben, sodass damit ein entscheidender Beitrag zu einer fairen Bezahlung beigetragen wird.”, betont auch Elias Krüger von sternefood.de.

Nach seinen Recherchen weiß Jürgen Bluhm nur zu gut, dass viele Bauern in Südamerika ausgebeutet werden. Der Handel mit den edlen Kakaobohnen, deren Samen durch den Kot von Vögeln und Affen transportiert wird, ist schmutzig geworden. Die geringe Bezahlung sorgt dafür, dass die Schokolade für die Kakaobauern selbst häufig ein Traum bleibt. Sie können sich die süßen Tafeln schlichtweg nicht leisten.

Bei der Vorstellung seines Buches überraschte Bluhm nicht nur mit interessanten Einblicken und einem Vortrag zu dem umfassenden Thema. Er brachte den Zuhörern auch einige Kakaofrüchte mit, die probiert werden durften. In Deutschland wird Schokolade nicht nur pur genossen, sondern zum Beispiel auch beim Backen verwendet. Pro Kopf verspeist jeder Bundesbürger im Schnitt 9,29 Kilogramm jährlich.

Autorin: Maria Lengemann

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