Keira Knightley

Keira Knightley ist 19, vorlaut und auch sonst Extraklasse. Wir mochten sie in „Kick it like Beckham“, wollten mir ihr gegen Piraten kämpfen in „Fluch der Karibik“ und wenn sie nun in „King Arthur“ als Guinevere die Amazone gibt, geben wir überwältigt auf: Dieses Mädchen ist märchenhaft.

kulturnews: In „Fluch der Karibik“ sind Sie eine Blondine. Jetzt haben Sie wieder dunkles Haar. Mit welcher Haarfarbe fühlen Sie sich denn nun besser?

Keira Knightley: Mit blonden Haaren bin ich auf Flughäfen nie angehalten worden. Beim Dreh von „King Arthur“ trug ich dunkle Haare und musste ständig nach Dublin fliegen. Ich wurde jedes Mal durchsucht und musste meine Tasche ausräumen. Warum ist das so? Ich mag mich mit dunklen Haaren, fühle mich damit strenger.

kulturnews: Bei Ihren Rollen in „Fluch der Karibik“ und „King Arthur“ merkt man dass sich das Frauenbild im Film in den letzten Jahren sehr verändert hat. Sie sind schlagkräftiger und cooler …

Knightley: Das wurde auch Zeit! Wenn man sich die Filme ansieht, die noch vor 15 Jahren gedreht wurden, stehen die Frauen in der Ecke, heulen und warten darauf, dass gleich ein Typ vorbeikommt, der für sie alles erledigt. Heutige Filme müssen die moderne Frau repräsentieren, die sich nicht mehr so verhält. Wir Frauen sind unabhängig und nehmen die Dinge in die eigene Hand. Frauen im Film müssen sich genauso verhalten, und ich bin glücklich, in einer Zeit zu leben, die es möglich macht, solche Rollen zu spielen. Hätten wir auf „Fluch der Karibik“ vor zehn Jahren gedreht, hätte ich Elizabeth noch als schwächliches Frauenzimmer verkörpern müssen, dem man ins Gesicht schlagen muss, damit sie aufhört, hysterisch zu sein. Ich finde es toll, dass ich sie als eine richtige Kämpferin spielen konnte.

kulturnews: Stimmt es, dass Sie schon als Dreijährige darauf bestanden, einen Agenten zu haben?

Knightley: Ja, meine Mutter ist Drehbuchautorin, mein Vater Schauspieler. Beide hatten Agenten, die in unserem Haus ein- und ausgingen. Ich fand es da nur fair, auch einen zu bekommen. Aber erst mit sechs Jahren bekam ich einen, nachdem festgestellt wurde, dass ich große Schwierigkeiten beim Lesen hatte. Meine Mutter sagte zu mir, wenn ich während der Ferien jeden Tag mit einem Buch in der Hand und einem Lächeln im Gesicht zu ihr kommen und Nachhilfeunterricht nehmen würde, bekäme ich einen Agenten und die Erlaubnis, in den Ferien zu schauspielern.

kulturnews: Ist es von Vorteil, wenn die Eltern im gleichen Business sind?

Knightley: Natürlich haben sie mich mit guten Ratschlägen versorgt, aber sie haben sich nie eingemischt. Sie haben mir beigebracht, dass es wichtig ist, aus eigenen Fehlern und Misserfolgen zu lernen. Ich konnte meine Entscheidungen immer selbst treffen, aber wenn ich fragte, waren sie natürlich immer zur Stelle.

kulturnews: Ist es nicht sehr anstrengend, durch die Welt zu reisen, um zu arbeiten?

Knightley: Nein, ich liebe es! Darin sehe ich doch die Magie meines Berufs: Ich reise, treffe neue Menschen und fahre weiter. Das passt zu mir, und ich schätze es sehr, so zu leben.

kulturnews: Wie entspannen Sie sich dabei?

Knightley: Ich habe einen transportablen DVD-Player und ganz viele Filme auf DVD. Als ich mal mit dem Zug unterwegs war, hatte sich jemand aus Versehen drauf gesetzt. Das war der schlimmste Tag meines Lebens. Inzwischen habe ich mir einen Neuen gekauft.

kulturnews: Nennen Sie uns drei Filme, die Sie auf eine einsamen Insel mitnehmen.

Knightley: Na gut: „Vom Winde verweht“, „Der Löwe im Winter“ und „Casablanca“.

kulturnews: Und „Star Wars“? Immerhin haben Sie in Episode I“ mitgespielt …

Knightley: Ich weiß nicht, ob man das wirklich sagen kann. Ich war damals 12 Jahre alt und hatte keinen Text. Zwei Wochen dauerten die Dreharbeiten, und so gesehen spielte es keine große Rolle in meinem Leben. In meinem Lebenslauf klingt es natürlich gut, in so einem großen Film mitgespielt zu haben. Aber deshalb wurden mir nicht plötzlich große Rollen angeboten.

Interview: Markus Tschiedert

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