Kelly Rowland

Die größte Girlband der Welt, Destiny’s Child, scheint in Auflösung begriffen. Auch Kelly Rowland, die in diesem Monat 22 wird, arbeitet jetzt solo – und will es doch nicht wahrhaben, dass wohl eine Ära zuende geht.

_ulysses: Kelly, ist dein Debütalbum „Simply Deep“ eine Emanzipation von Destiny’s Child? Legst du damit dieses Korsett ab?

Kelly Rowland: Nein, es sind ja zum Teil dieselben Leute. Aber nach fünf Jahren im Rampenlicht als Team habe ich es auch sehr genossen, meine Art von Musik zu machen. Eine kleine Pause sozusagen, auch fürs Publikum. Bei Destiny’s Child kommt immer das Team zuerst. Das ist ja auch richtig so. Aber meine Musik ist schon sehr anders.

_ulysses: Dein Album wird als „rockig“ beschrieben, scheint mir aber doch eher sanft.

Rowland: Oh, Gott, ich war ziemlich ärgerlich, als das Label mit diesem Rock-Etikett ankam! Schon, ich mag Rock, aber … na ja, eigentlich ist es mir egal, wie man meine Musik bezeichnet. Ich mag es so, bin stolz darauf – und ich hoffe natürlich schon, dass es den Fans gefällt.

_ulysses: Ist Destiny’s Child damit am Ende? Ihr geht ja alle Solopfade.

Rowland: Ich denke nicht. Wir wollen schon dieses Jahr wieder ein gemeinsames Projekt angehen. Mir fehlen die Mädels sehr. Ich fühle mich mit meinen sisters einfach superwohl. Wenn wir uns treffen, geht es genau da weiter, wo wir aufgehört haben. Wir jammen los, und es ist genial.

_ulysses: Du hast auch gerade am Horrorfilm „Freddy vs. Jason“ mitgewirkt – als Schauspielerin.

Rowland: … und das, obwohl ich gar keine Horrorfilme mag! Aber es hat viel Spaß gemacht. Ich habe ein paar Schauspielstunden genommen, hatte einen Coach dabei, und das Team war sehr nett. Kia, meine Filmfigur, ist eine freche junge Frau mit einer besonderen Persönlichkeit.

_ulysses: Kein Horror-Makeup?

Rowland: Und ob – musst du dir anschauen.

_ulysses: Werde ich. Eine starke Persönlichkeit: Die brauchst du in deinem angestammten Job ja auch.

Rowland: Stimmt. Du musst wissen, wer du bist. Dieselben Leute, die dich aufgebaut haben, lassen dich morgen vielleicht fallen.

_ulysses: Hast du Vorbilder?

Rowland: Die erste Platte, die ich mir selbst gekauft habe, war von Whitney Houston. Schon als Kind hat sie mich wahnsinnig beeindruckt. Und dem Musikstil von Sade fühle ich mich sehr verwandt; in diese Richtung geht auch meine eigene Musik. Und Celine Dion hat eine phänomenale Stimme! Ich bewundere ihre Haltung – sie st immer Diva, im besten Sinne.

_ulysses: Glanz und Glamour machen dir wirklich Spaß, oder?

Rowland: Nein! Nein … ja. Jede Frau ist eine Königin. Und die Männer müssen ihr hinterherjagen. Auch mir. Ich will einen Freund – ehrlich!

_ulysses: Hm, und wo liegt das Problem?

Rowland: Ich war noch nie richtig verliebt. Ich möchte so gern einen jungen Mann finden, der zu mir passt.

_ulysses: Wie sieht denn der Richtige aus?

Rowland: Er muss mich zum Lachen bringen können. Er soll interessant sein. Und ein Christ. Und Ehre im Leib haben.

_ulysses: Würdest du deine Karriere für ihn opfern?

Rowland: Natürlich nicht! Außer wenn sein Leben davon abhinge oder so. Aber ich möchte Kinder haben. Und ich will nicht, dass sie in einer Welt voll Chaos und Verwirrung aufwachsen müssen. Man kann sich seine Hände schon waschen, wenn man heimkommt. Zum Beispiel finde ich Sharon Osbourne, Ozzys Frau, eine klasse Mutter. Sie flucht und schimpft und schreit, aber du merkst: Die haben sich ihren Familiensinn bewahrt. Meine Mum ist dagegen ganz sanft. Und ich bin so dazwischen. Glaube ich. Oder?

Interview: Gabi Sabo

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