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Musik

Kids with Buns : Was die erste große Liebe hinterlässt

Kids with Buns veröffentlichen mit „bell jar“ ein melancholisches Indie-Album über die erste große Liebe, emotionale Abhängigkeit und die Spuren, die sie hinterlässt.

PROMO-20
Foto: Credit Anneke D’Hollander

Musikalische und seelische Symbiose

Das belgische Indie-Duo Amber Piddington und Marie Van Uytvanck veröffentlicht sein neues Album „bell jar“. Seit sie 18 sind, bilden sie eine seelische sowie musikalische Symbiose und bewältigen ihre emotionalen Krisen mit gegenseitiger Unterstützung und ihrem gemeinsamen Musikprojekt.

Ihre enge Beziehung spiegelt sich auch in dem Album wider: in der Art und Weise, wie sich ihre Stimmen gegenseitig ergänzen, aber auch einzeln ausdrucksstark sind. Getragen wird das Album von Maries ungewöhnlich tiefer, schwerer, warmer Stimme, die sich auf die eigenen Gefühle legt wie ein weicher Schatten und sie sanft davonträgt. Ambers Stimme hingegen bringt noch einmal eine ganz andere helle, weiche Klangfarbe hinein. „bell jar“ verzichtet trotz experimenteller Weiterentwicklung nicht auf dramatische Pop-Momente, gepaart mit ihrem eigenen melancholischen Indie-Sound und sehr präsenten Gitarrenriffs.

Keine Moral, nur Gefühl

Der Song „car crash“ ist das Herzstück des Albums: eine Person wie ein Autounfall, von der man den Blick nicht abwenden kann, obwohl man weiß, dass sie einen emotional zerstört. Es geht um Obsession und eine emotionale Abhängigkeit, die einen von innen vergiftet. Hier wird nicht moralisch gewertet, sondern einfach ausgesprochen, in welche Grenzzustände man sich manchmal selbstverschuldet manövriert.

Lieber blind als glücklich

Ehrlichkeit, pure, ungefilterte Emotion und unangenehme Eingeständnisse prägen das Album. In „the finite“ bricht Maries Stimme auf poetische Weise, was die transportierte Zerbrechlichkeit greifbarer macht und Komfort gibt, ohne kitschig zu werden. „bell jar“ ist ein Zeugnis davon, was die erste große Liebe hinterlässt: eine Lücke, die sich nicht schließen lässt, euphorische Hochmomente und neue Gefahren, von denen man nicht ablassen kann, obwohl man weiß, dass sie einem nicht gut tun. Manchmal ist man lieber blind, um die Intensität mit einer Person zu spüren, die einen danach umso mehr aushöhlt.

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