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„King Kong“: Adrien Brody gibt dem Affen Zucker

Es passiert nicht oft, dass sich ein Oscar-Gewinner mit einem riesigen, animierten Gorilla herumschlägt. Adrien Brody hat sich in Peter Jacksons Remake von „King Kong“ dem Primaten gestellt. Echt affig.

Adrien, wie war der Dreh zu „King Kong“ in Neuseeland?

Adrien Brody: Es war toll und abenteuerlich. Ich bin vorher noch nie dort gewesen und wirklich begeistert. Die Landschaft ist zauberhaft, und die Leute sind sehr freundlich. Die schöne Umgebung hat unsere Kreativität noch verstärkt.

Die Dreharbeiten haben lange gedauert, oder?

Brody: Neun Monate. Es war ein riesiges Projekt, das unheimlich viel Koordination erfordert hat. Die Logistik für so einen Film zu erstellen ist nicht einfach. Man glaubt gar nicht, wie viel Arbeit dahinter steckt.

Sind Sie aufgeregt, jetzt wo der Film startet?

Brody: Sehr sogar. Ich werde ihn jetzt zum ersten Mal komplett sehen. Es war ein langer und harter Weg bis zur Fertigstellung – jetzt freue ich mich unheimlich darauf, das Resultat zu sehen.

Sie spielen den Helden, der sich in die Protagonistin verliebt.

Brody: Genau. Ich bin der romantische Typ, der das Mädchen bekommt und auch noch zum Action-Helden wird. Ich habe sogar meine Stunts selbst gemacht. Am Coolsten war die Autofahrt durch die Strassen von New York – da konnte ich richtig Gas geben.

Und da ist das Herz des Regisseurs nicht stehengeblieben?

Brody: Nein, Peter Jackson war ganz ruhig. Er ist wirklich sehr intelligent und unheimlich kreativ. Er hat die Fähigkeit, viele Dinge auf einmal zu tun, bleibt aber immer bei der Sache.

Kamen Sie gut mit ihm klar?

Brody: Ja. Normalerweise brauche ich ein bisschen, um mich an den Stil eines Regisseurs zu gewöhnen. Peter ist sehr direkt und gerade heraus; wir haben uns bereits nach wenigen Tagen angefreundet.

Gab es nicht auch eine Website, wo man jeden Tag etwas von den Dreharbeiten sehen konnte?

Brody: Die gab es. Peter wollte den „King Kong“-Fans auch Hintergrundmaterial bieten. Ihm ist es wichtig, dass man nicht nur den Film sieht, sondern auch, wie er gemacht wird.

Was meinen Sie: Wird der Film an den Kinokassen einschlagen?

Brody: Ja. Peter hat bereits als Zehnjähriger davon geträumt, dieses Remake zu machen. Für ihn war „King Kong“ die Inspiration dazu, Regisseur zu werden. Wenn Sie „Der Herr der Ringe“ gesehen haben, wissen Sie, dass er ein toller Filmemacher ist. Ich bin sicher, dass auch „King Kong“ ein Erfolg wird.

Viele Schauspieler in Hollywood nehmen Filmangebote nur wegen des Geldes an. Und Sie?

Brody: Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Ich habe Glück und kann mir aussuchen, welchen Job ich machen will. Das kann nicht jeder. Meine Eltern haben mir beigebracht, dass es wichtig ist, daran zu glauben, was man tut und es nicht nur wegen des Geldes zu machen.

Für Ihre Rolle in „Der Pianist“ haben Sie Klavierstunden genommen. Spielen Sie noch?

Brody: Ich kann noch einige Passagen, aber da ich nicht mehr übe, habe ich viel vergessen. Als ich klein war, habe ich ein paar Klavierstunden genommen, war aber nie gut im Notenlesen. Ich musste für die Rolle ganz von vorne beginnen.

Wie verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit?

Brody: Ich gehe ab und an aus. Aber am liebsten verbringe ich einen gemütlichen Abend zu Hause mit meinen Hund und meinen Freunden. Wenn ich Zeit habe, dann schwinge ich mich auf mein Motorrad oder mache Musik. Das ist für mich mehr Inspiration als auf Partys zu gehen.

Können Sie unerkannt herumspazieren?

Brody: Früher ging das noch relativ gut, heute ist es schwieriger. Ich werde fast überall erkannt, und das macht die Dinge kompliziert. Ich möchte mein Privatleben nicht auf dem Tablett präsentieren.

Das ist wahrscheinlich seit dem Oscar-Gewinn so …

Brody: Durch den Oscar für „Der Panist“ hat sich mein Leben stark verändert. Aber natürlich hat es auch seine Vorteile. Ich kann in einen Club gehen, ohne vorher reservieren zu müssen. So etwas ist aber für mich nicht wichtig im Leben. Als ich den Oscar gewonnen habe, war ich nach der Verleihung mit meinen Eltern in einem Restaurant, und plötzlich sind alle Leute aufgestanden und haben applaudiert.

Das ist doch super.

Brody: Es war schön, und ich habe mich geehrt gefühlt. Aber zu viel Aufmerksamkeit ist auch nicht gut.

Bleibt Ihnen Zeit für Dates?

Brody: Momentan bin ich Single, ich reise sehr viel und habe nicht viel Zeit dafür. Ich bin schon froh, wenn ich meine Freunde und meine Familie zu Gesicht bekomme.

Interview: Julia Manfredi