Klaus Hoffmann

Jacques Brel war über 20 Karrierejahre Klaus Hoffmanns großes Vorbild. Im vergangenen Jahr schließlich verwirklichte der Sänger und Schauspieler gleich zwei Wunschträume – ein reines Brel-Album und dann noch das Musical „Brel – Die letzte Vorstellung“ am Schiller-Theater. Mit dem Album „Hoffmann – Berlin“ kehrt er nun zurück in seine Heimatstadt – und zu sich selbst.

KULTUR!NEWS: Herr Hoffmann, die Lieder auf Ihrem neuen Album sind überwiegend Reminiszenzen an Kinderzeit und Jugend – um Abstand von Brel zu gewinnen?

Klaus Hoffmann: Ja, vielleicht. Aber es ist natürlich noch viel mehr. Ich wollte für mich hinterfragen: „Was macht einen Berliner aus?“, „Was ist ein Blockadetyp?“ Das kriegste ja nur über deine alten Werte oder Traditionen raus. Und ich wollte die Berlin-Plattte auch vor der Jahrtausendwende machen – noch ehe das hier alles irgendwie anders wird.

K!N: Kann es nicht sein, daß sich die Thematik „Berlin“ für den Rest der Republik auch mal erschöpft?

Hoffmann: Das ist mir eigentlich scheißegal. Aber natürlich will ich auch nicht immer wieder „Was fang‘ ich an in dieser Stadt“ singen. Die neue Platte ist ja wirklich kein Tourismusalbum und ermuntert einen nicht gerade dazu, nach Berlin zu ziehen. Ich glaube sogar, daß man das im Ausland hören könnte, weil es eine ganz andere Sicht auf die Stadt ist: voll schöner kleiner Entdeckungen. Eher wie ein Vaudeville-Theater.

K!N: Die CD ist im Vergleich zu den letzten Alben sehr beschwingt, sehr schmissig. War Ihre Kindheit so schwungvoll-heiter, oder ist dies eher der verklärende Rückblick?

Hoffmann: Ich wußte nur eines: Ich wollte die Tradition benennen. Ich würde schon auch gerne einen Blues singen, aber das glaube ich mir nicht. Walzer und Polka sind mir einfach näher.

Interview: Ulf Meyer/ Axel Schock

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