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Kulinarische Reise: Spezialitäten aus Europa

Ein schöner Weg, Europa kennenzulernen, führt über seine einzigartige Gastronomie und die traditionellen Gerichte und Spezialitäten der europäischen Länder.

Während kulinarische Traditionen von Generation zu Generation weitergegeben werden, versuchen sich heutzutage nicht nur Spitzenköche daran, klassische Gerichte mit frischen Einschlägen neu zu beleben. So entsteht ein spannendes Nebeneinander von althergebrachten und neu entdeckten Köstlichkeiten. Und wir entführen heute auf eine kulinarische Reise durch Europa, die zeigt, welch vielseitige Highlights es hier zu entdecken gibt.

Frankreich: die Wiege der Kulinarik

„Die Entdeckung eines neuen Gerichts ist für das Glück der Menschheit von größerem Nutzen als die Entdeckung eines neuen Gestirns“

So schrieb es einst der französische Schriftsteller, Jurist und Gastronom Jean Anthelme Brillat-Savarin (1755 – 1826) in seinem Lehrbuch der Gastronomie und Tafelfreuden. Und der Verdacht liegt nahe, dass er nicht als einziger seiner Landsleute dieses Denken an den Tag legte. Wie sonst sollten wir uns die zahlreichen Spezialitäten erklären, die Frankreich hervorgebracht hat? Und während viele andere Länder für nur eine bestimmte Art des Essens bekannt sind, erstrecken sich die französischen Highlights von feinen Vorspeisen über exquisite Hauptgerichte bis hin zu köstlichen Süßspeisen und Gebäck sowie dem berühmten französischen Käse. Und natürlich darf an dieser Stelle auch der französische Wein als Begleitung zu jedem guten Menü nicht vergessen werden.

Zu den bekanntesten traditionellen französischen Gerichten gehören:

  • Pot au feu: Dieser klassische Eintopf mit Rind und Gemüse stammt aus dem Norden Frankreichs.
  • Coq au vin: Nach diesem Rezept aus dem Osten des Landes wird Hähnchen in Wein gekocht. Angeblich reicht die Tradition des Gerichts bis in die Römerzeit zurück.
  • Quiche Lorraine: Mürbeteig, gefüllt mit Speck und Käse – die Quiche gibt es inzwischen auch in zahlreichen anderen Varianten.
  • Rôti de boeuf ist mit Gemüse angerichtetes Roastbeef. 
  • Crêpes: Die dünnen Pfannkuchen isst man in Frankreich süß oder salzig. 

In der modernen französischen Küche hat sich viel getan. Kulinarisch sind die Franzosen immer auf der Höhe. Und mittlerweile weichen französische Köche bei den Zutaten für klassische Gerichte gerne auf moderne Varianten aus. Für Fleischgerichte werden zudem immer häufiger Fleischsorten jenseits der Massenzucht verwendet – so das Duroc Schwein. Diese alte Schweinerasse erlebt seit einigen Jahren ein Revival. Bei den Gourmets ist es vor allem aufgrund seines ausgewogenen Verhältnisses von Fett und Muskeln beliebt. Positiver Zusatzeffekt: Der Großteil des Fleisches stammt aus der Freilandhaltung. 

Italien: Mehr als Pizza und Pasta

Gehen wir italienisch essen, ist dies meist synonym mit Pizza essen – oder vielleicht auch Pasta. Dabei hat Italiens Küche so viel mehr zu bieten als Salamipizza und Spaghetti Carbonara. Das italienische Essen zeichnet sich durch kräftige Aromen und frische Zutaten aus. Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Darüber hinaus gibt es leckere Wurstwaren, kräftigen Käse und knusprige Backwaren. Und auch hier wieder nicht zu vergessen: Der Wein, der zu keinem richtig guten Essen fehlen darf. 

Italienischer Käse

Parmesan, Mozzarella und Ricotta – die heilige Dreifaltigkeit der italienischen Käsesorten ist aus den hiesigen Kühlschränken ebenfalls nicht mehr wegzudenken. Dabei ist es nur zu bedauerlich, dass der Mozzarella aus Kuhmilch in unseren Supermärkten weiterverbreitet ist, als der Mozzarella in seiner ursprünglichen Form. Denn traditionell wird dieser Käse aus Büffelmilch hergestellt. Und wer schon einmal einen solchen Büffelmozzarella gekostet hat, weiß genau, dass es dazu nicht mehr bedarf als ein wenig mildes Olivenöl und ein knuspriges Baguette für eine schlichte, köstliche Mahlzeit. Und auch ein richtig guter Parmesan ist eigentlich zu schade, um ihn über die Pasta zu reiben. Er gehört auf eine Käseplatte mit Trauben und einem Gläschen Wein dazu.

Klassische italienische Gerichte – alles außer Pizza und Pasta

  • Arancini: Weniger bekannt, aber nicht weniger traditionell als Pizza und Pasta sind diese frittierten und gefüllten Reisbällchen.
  • Risotto: Ja, tatsächlich spielt Reis eine wichtige Rolle in Italien und der klassische Risotto bietet unzählige Möglichkeiten für abwechslungsreiche Varianten.
  • Focaccia: Das ligurische Fladenbrot besteht aus Hefeteig und wird gerne mit Olivenöl und Kräutern angerichtet.
  • Calamari fritti: Wer Meeresfrüchte mag, liebt die italienischen Calamari.
  • Piccata Milanese: Dieses Kalbsschnitzel wird in einer Parmesanpanade serviert. 
Die italienische Küche hat mehr zu bieten als Pizza und Pasta. Einige der beliebtesten Käsesorten stammen von hier.
Die italienische Küche hat mehr zu bieten als Pizza und Pasta. Einige der beliebtesten Käsesorten stammen von hier. Foto: Dash– 231514773 / Adobe Stock

Spanien: Esskultur mal anders

Die spanische Küche ist weltweit bekannt – allerdings vor allem in Form von Paella und Tapas. Dabei ist Spanien kulinarisch gesehen so abwechslungs- und facettenreich wie das Land selbst. Spanien ist durch verschiedene Klimazonen geprägt. Dies schlägt sich auch in der spanischen Küche nieder. So essen die Menschen in den kühleren Gebieten im Norden des Landes eher deftige Speisen. Im Süden wird eine leichtere Küche bevorzugt. Darüber hinaus übten zugezogene Kulturen wie Römer oder Mauren einen nicht unerheblichen Einfluss auf die traditionellen spanischen Gerichte aus. Und jede Provinz hat ihre eigenen Spezialitäten, ihre ‚platos tipicos‘. Und diese sind zum Teil sehr raffiniert. 

Zu den Grundzutaten der spanischen Küche gehören viel frisches Gemüse, Olivenöl, Hülsenfrüchte, Reis, Meeresfrüchte und Fisch. Fleisch spielt eine eher untergeordnete Rolle, abgesehen vom berühmten spanischen Schinken. Gewürzt wird gerne mit Knoblauch. In manch einem Gericht ist er neben Pfeffer und Salz sogar das einzige Würzmittel. 

Spanische Gerichte, die man probiert haben sollte

  • Gazpacho: Diese Suppe aus Südspanien hat einen maurischen Ursprung. Sie wird kalt gegessen und besteht aus kleingeschnittenem Gemüse und aufgeweichten Brotstücken.
  • Kartoffeln mit Sauce: Schlicht und köstlich – die Patatas Bravas sind würzige Kartoffelstücke, die mit einer scharfen Sauce serviert werden.
  • Tortilla de patatas: Für das spanische Kartoffelomelett werden noch rohe Kartoffelscheiben zunächst in Olivenöl gebacken und anschließend mit Ei übergossen. Für unterschiedliche Varianten kann die Tortilla verschieden gefüllt werden.
  • Gambas al Ajillo: Die Garnelen in Knoblauch dürfen in keiner Tapas-Bar fehlen.
  • Churros: Das Brandteiggebäck stammt ursprünglich aus Andalusien. Es wird gerne zum Frühstück serviert.
  • Crema catalana: Diese Dessertcreme ist eine Spezialität aus Katalonien. Sie erinnert an Crème brûlée, wird allerdings aus Milch und nicht aus Sahne zubereitet. 

Weitere europäische Spezialitäten

47 Länder mit ihren unzähligen Spezialitäten. Eine echte kulinarische Reise durch Europa darf nicht nur nach Italien, Frankreich und Spanien führen – auch wenn die Küchen dieser Länder einen internationalen Ruf genießen.

So umfasst allein die Osteuropäische Küche eine Vielzahl von Länderküchen. Gemeinsam ist diesen, dass eher deftig gekocht wird. Fleisch spielt eine große Rolle, ebenso Getreide und Hülsenfrüchte. Zudem gilt die Küche hier als sehr bodenständig und man versteht es, sehr geschickt aus übrig gebliebenem Essen vom Vortag ein köstliches neues Gericht zu zaubern. Auf ausgefallene Gewürze wird tendenziell verzichtet, dafür darf es in einigen Osteuropäischen Ländern gern scharf sein. Zu den traditionellen Speisen Osteuropas gehören:

  • Knödel und Gulasch aus Tschechien
  • Bigos mit Sauerkraut aus Polen
  • Bob Tschorba aus Bulgarien

Auch im Norden Europas weiß man gut zu speisen. So ist der Lachs nach skandinavischer Art eine große Köstlichkeit. Das rohe Lachsfilet wird über Tage in einer Marinade aus Salz, Zucker, Dill, Pfeffer und Beeren eingelegt und dann in Scheiben geschnitten serviert. Dazu reicht man Hovmästersås, eine delikate Senfsauce. Die Skandinavier – insbesondere die Dänen und Schweden – sind darüber hinaus für ihre leckeren Backwaren bekannt. Hervorzuheben sind diesbezüglich die Kanelbullar, die schwedischen Zimtschnecken mit Kardamom.

Auch die skandinavische Küche bereichert den Speiseplan. Europa ist kulinarisch wie kulturell sehr abwechslungsreich.
Auch die skandinavische Küche bereichert den Speiseplan. Europa ist kulinarisch wie kulturell sehr abwechslungsreich. Foto: Brent Hofacker – 356215190 / Adobe Stock

Fazit: Europa bietet Hochgenuss und Abwechslung

Neben den hier vorgestellten Länderküchen gibt es noch so viele mehr. Und selbst England, das lange dem Klischee einer wenig genießbaren Küche unterlag, hat sich nicht zuletzt durch seine Starköche gemausert. Die Europäische Küche hat viel zu bieten. Und wer sich nicht entscheiden will, zaubert einfach ein mehrgängiges, internationales Menü.

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