Kunstmuseum Wolfsburg: Präsentation und Talk in Berlin zur Ausstellung „Macht! Licht“

Kunstmuseum Wolfsburg: Macht! Licht! // Alfredo Jaar
Alfredo Jaar, Kultur = Kapital, 2016 Installationsansicht Braunschweiger Lichtparcours 2016, Schloss-Arkaden Metallschild, Plexiglas, weißes und rotes LED- Licht, 2,2 x 16,2 m, Courtesy der Künstler, New York, und Galerie Thomas Schulte, Berlin

Das Kunstmuseum Wolfsburg veranstaltet am 1. Dezember um 19 Uhr zur im März nächsten Jahres startenden großen Ausstellung „Macht! Licht!“ die Präsentation einer Lichtinstallation von Alfredo Jaar, gefolgt von einem Talk. Das Ganze wird als hybrider Event stattfinden, das heißt man kann sich hier anmelden, aber auch online bei YouTube dabei sein. Ort ist Berlin, in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund, In den Ministergärten 10, am U/S-Bahn Potsdamer Platz.

 Zum Abschluss des Jahresprogramms „inspektionen // draußen“ und als Prolog zur großen Ausstellung „Macht! Licht!“ im Kunstmuseum Wolfsburg wird die spektakuläre Lichtinstallation der Öffentlichkeit präsentiert. Das 16 Meter große Werk setzt der urbanen Stadtbeleuchtung eine programmatische Kunstbotschaft entgegen und betont die Bedeutsamkeit der Künste für die Gesellschaft: Kultur = Kapital! Die Außeninstallation ist vom 2. 12. 2021 bis 9. 1. 2022 zu sehen.

Grußworte kommen vom Leiter der Landesvertretung Niedersachsen, Johannes Sturm, und von Dr. Andreas Beitin vom Kunstmuseum Wolfsburg. Der Künstler Alfredo Jaar selber sendet einen Videogruß . Im anschließenden Talk spricht Dr. Katharina Derlin vom Kunstmuseum Wolfsburg mit Benita von Maltzahn vom Volkswagen Kulturengagement, Stefanie Sembill von der Landesvertretung Niedersachsen sowie Dr. Andreas Beitin.

Für die anwesenden Besucher:innen gibt es Punsch, Pils und Plätzchen. Es gilt die 2G Plus-Regelung. Eintritt nur mit Anmeldebestätigung und gemäß der aktuellen Hygieneverordnung.

Über die Ausstellung „Macht! Licht!“ im Kunstmuseum Wolfsburg

„Künstliches Licht galt zu Beginn der Moderne als Symbol modernen Lebens. Auch wenn ein Leben ohne künstliches Licht heute nicht mehr denkbar ist, wird es trotz technischer Weiterentwicklung und unbestreitbarer Vorteile auch mit Lichtverschmutzung und Energieverschwendung in Verbindung gebracht. Das Ausstellungs- und Publikationsprojekt „Macht! Licht!“ im Kunstmuseum Wolfsburg zeigt künstlerische Positionen, die sich bewusst auf politische, ökologische oder soziale Aussagen konzentrieren und den Einsatz von Licht – und damit auch im übertragenden Sinn den Einsatz von Ressourcen – kritisch kommentieren. Von Platons Sonnengleichnis und dem beginnenden Christentum mit der Hoffnung auf eine Welt, in der es keine Nacht mehr geben werde, war Licht bis zum 20. Jahrhundert positiv konnotiert. Erst mit der Erfindung des elektrischen Lichts hat es eine negative Färbung erhalten. In seiner extremsten Anwendung werden Menschen sogar mit Licht misshandelt: Das psychisch wie physisch quälende Ausgeliefertsein einer ständigen Lichtquelle ist ein Mittel aus dem Arsenal der euphemistisch bezeichneten „weißen Folter“.

Die Ausstellung „Macht! Licht!“ sucht im wesentlichen Unterschied zu den bisher realisierten Lichtkunst-Schauen nicht das ganz große umfassende Spektrum aller möglichen Kunstwerke, in denen elektrisches Licht auf irgendeine Art zum Einsatz kommt. Vielmehr konzentriert sie sich auf solche künstlerischen Positionen, bei denen dem Licht bzw. den Lichtkunstwerken im weiteren Sinn politische, soziale, ökologische oder wirtschaftliche Aussagen zukommen. Ausgehend von ausgewählten Werken aus der Sammlung des Kunstmuseum Wolfsburg wird in der abgedunkelten Halle des Museums ein faszinierendes Spektrum an Werken der Lichtkunst präsentiert, deren konzeptuellen Reflexionsebenen sich auf folgende (gesellschafts-)politischen Bereiche fokussieren: Utopie/Dystopie; Ökologie/Biologie; Ökonomie; Gewalt/Macht; Kontrolle/Überwachung; Werbung/Manipulation; Aufklärung/Verunklärung; Grenze/Ausgrenzung; öffentlicher Raum.“

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