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L.I.R. – Losers In Retirement: L

L.I.R.

Zweiter Platz bei Cross-Over Hessen 1997, Rookie der Woche bei SWF 3 im Monat Mai – das Taunussteiner Quintett L.I.R. (Losers In Retirement) bleibt trotzdem auf dem Boden. Verspricht Gitarrist Tobias Hoffmann.

K!N: Tobias, war „Crossover-Hessen“ so etwas wie eine Initialzündung?

Tobias: Auf jeden Fall. Vor allem die Produktion der CD, die wir durch den zweiten Platz finanzieren konnten, hat vieles leichter gemacht. Das Interesse an der Band ist enorm gewachsen, und es ist einfacher geworden, an Konzerte oder andere Sachen heranzukommen. Und natürlich hat uns dieser Erfolg sehr motiviert und einen enormen Schub gegeben.

K!N: Obwohl es Anfragen von Plattenfirmen gibt, reagiert Ihr sehr zurückhaltend. Seid Ihr nur vorsichtig oder einfach selbstbewußt?

Tobias: Wir haben uns darauf geeinigt, erst einmal unsere privaten Sachen zu regeln, sprich Schule, Ausbildung oder Studium zu beenden, bevor wir das Risiko eines Plattenvertrags eingehen. Wir sind im Schnitt gerade mal 19 Jahre alt, und im Augenblick geht es uns darum, Erfahrungen zu sammeln. Wir haben seit kurzem eine Konzertagentur, die uns mit überregionalen Gigs versorgt, und demnächst gibt es wohl einen Musikverlag, über den wir möglicherweise unsere CD bundesweit in den Handel bringen können. Wir wollen nichts überstürzen, sondern Schritt für Schritt weiterkommen.

K!N: Hat sich durch den Erfolg im Bandgefüge etwas verändert?

Tobias (lacht): Wir haben unseren Schlagzeuger wegen ‚musikalischer Differenzen‘ verloren, zwei Beziehungen innerhalb der Gruppe sind entstanden und inzwischen auch wieder beendet worden, ohne daß L.I.R. darunter gelitten hat. Wir sind also professioneller geworden.

K!N: Gehen eure neuen Songs in Richtung „Honeypie Horse“ oder gibt es größere stilistische Veränderungen?

Tobias: Wir sind eine sehr flexible Band, und da wir auch sehr unterschiedliche Sachen hören, kommen automatisch neue Elemente ins Spiel. Aber eine Richtung? Nach einem unserer letzten Konzerte ist jemand gekommen und hat gemeint, daß man uns stilistisch überhaupt nicht festlegen könne, weil fast alles drin ist – und damit kann ich ganz gut leben.

Interview: Stefan Lutterbüse