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Lauf, Lopi, lauf

Antilopen sind vor allem als Fluchttiere bekannt. Doch die Antilopen Gang konfrontiert sich auf dem dritten Album mit sich selbst. Interview: Stefan Grüll

Kolja, Danger Dan, gleich der erste Song von eurem Album wirft den Blick zurück auf das Jahr 2013 mit dem Verlust eures Bandkollegen NMZS sowie dem wachsenden medialen Interesse an euch. Warum jetzt dieser Rückblick?

Kolja: Wenn es nach uns ginge, hätten wir den Song vielleicht schon auf dem letzten Album platziert, aber es hat einfach nicht sollen sein. Wir haben verschiedene Lieder versucht, die sich mit den Ereignissen auseinandergesetzt haben – und es hat sich nie so richtig gut angefühlt.

Danger Dan: Ich glaube, wir haben einfach ein paar Jahre Abstand gebraucht, um diese Ereignisse zu verdauen und uns da schmerzfrei wieder reinbegeben zu können. 2013 war auf seine eigene Art schön, aber gleichzeitig auch ein richtiges Scheißjahr. Es dauert wohl ein paar Jahre, um das reflektieren zu können, ohne dass man die ganze Zeit nur traurig auf dem Sofa sitzt und Kette raucht.

Zwischen diesen traurigen Ereignissen formuliert ihr aber auch Hoffnungen für die Zukunft und eure Karriere.

Danger Dan: Ich glaube, wenn man so auf sein eigenes Leben zurückgeworfen wird, macht einem das auch Mut. Viele Dinge, über die man sich vorher gesorgt hat, spielen auf einmal keine Rolle mehr: auch so bürgerliche Fragen wie, ob man Rapper werden oder doch lieber was Solides wie Metzger machen sollte. Auf eine morbide Art kann man da vielleicht auch etwas Lebensbejahendes draus schöpfen.

Kolja: Das formuliert Panik Panzer ja auch in dem Song: „Wir schworen uns, die Gang groß zu machen.“ Wir haben uns bewusst gesagt: Wir versinken jetzt nicht in Trauer, sondern ziehen mit der Antilopen Gang durch. Was sollten wir denn sonst auch machen? Eine Metzgerlehre stand nicht zur Debatte.

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