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„Lea: The Fighter“: Starke Frauen im Ring

Die Serie „Lea: The Fighter“ spielt zwar im Boxermilieu, spiegelt aber die ganze Gesellschaft wider. Auf ZDFneo und in der ZDF-Mediathek.

Die schwedisch-deutsche Serie Lea: The Fighter (ZDFneo und ZDF-Mediathek) beginnt mit gleich zwei Handlungssträngen. Während die Boxerin Lea Ferrera (Madeleine Martin) nach einer zweijährigen Sperre endlich wieder im Ring steht und um den Titel der Europameisterin im Leichtgewicht kämpft, wird die Ermittlerin Amanda Birgmann (Jennie Silfverhjelm)  in einer Bar von ihrem Date versetzt. Als Lea in Runde drei zu Boden geht und beinahe nicht mehr hochkommt, erhält Amanda einen Anruf von ihrem Chef und fährt sofort zum Boxkampf. Dort angekommen, sieht sie, wie Lea den Kampf dreht und die deutsche Titelträgerin niederschlägt: Lea ist Europameisterin. Amanda wusste, dass dies passieren würde, und sie wusste, wann. Doch führte wirklich Korruption zu diesem Überraschungssieg der Außenseiterin?

Lea: The Fighter ist eine Thrillerserie, deren Wirkungsradius nicht auf das Boxstudio begrenzt ist. Die getrennt lebende Mutter Lea hat Probleme mit ihrem Ex, der den gemeinsamen Sohn immer zu spät vom Kindergarten abholt. Ihr ehemaliger Manager bedroht sie und drängt in ihr Berufsleben zurück. Ihr aktueller Manager ist spielsüchtig und hoch verschuldet und droht sein Box-Studio zu verlieren. Und die Gesundheit Leas macht auch nicht mehr mit: Zwar ist die vernarbte Leber wieder gut verheilt, doch eine nicht verheilte Rippenfraktur verheimlicht sie, weil ein Weltmeisterschaftskampf ins Haus steht und sie diesen unbedingt boxen will.

Aber auch das Leben der Ermittlerin Amanda in Lea: The Fighter ist nicht unkompliziert. Eine dominante Mutter nervt, sie selbst ist bei ihren One-Night-Stands mit Liebhaberinnen am nächsten Tag etwas arg kompliziert, und als sie Lea kontaktiert und auf mit dem Vorwurf der Manipulation im Boxkampf konfrontiert, sagt diese ihr, dass sie Amandas Bruder leider aus dem Box-Studio werfen musste, weil der sich ständig gedopt hatte.

Das alles verwebt die Serie Lea: The Fighter geschickt und unauffällig miteinander. Das harte Training Leas verdeutlicht genauso deren Leben wie die Kontakte zum Kindergarten, wo die anderen Eltern sie überhaupt nicht gerne sehen, weil ihre Kinder angeblich von der Boxerin Lea falsch sozialisiert werden. Die Serie zeigt damit ein ganzes gesellschaftliches Panorama Schwedens, dessen Zentrum halt das Box-Studio ist. Und das ist vielleicht auch wieder nur ein Bild für unsere neoliberale Gesellschaft mit ihrem Selbstoptimierungswahn.