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Lisa Pac im Interview: „Songwriting heutzutage ist edgier“

Lisa Pac Blauer Hintergrund Sakko Goldfischglas
Foto: Warner Music

Mit ihrem zeitgemäßen Pop und vielschichtigem Songwriting hat Lisa Pac sich eine treue Fangemeinde erspielt – und das ohne den Support eines Majorlabels. Denn die Wiener Musikerin feiert erst jetzt ihr Label-Debüt bei Warner, mit der EP „What if…?!“ und sechs brandneuen Songs, die ihr zahlreiche neue Fans bescheren werden. Hört euch die neue Single „Heart-shaped Bruises“ unten auf unserer Seite an.

„Heart Shaped Bruises“ handelt von den Fallstricken der Liebe, von der Erfahrung, sich nach einem:r Geliebten zu sehnen, aber zeitgleich mit sich selbst zu kämpfen – und den Spuren, die das bei dem:r Partner:in hinterlassen kann. Liebe ist ein Dauerthema im Pop, aber wie selbstverständlich Lisa Pac von Selbstzweifeln und Beziehungsunfähigkeit singt, ist emblematisch für ein neues Paradigma im Pop-Songwriting. Wir haben mit der Wienerin über ihre musikalischen Wurzeln und die Liebe als Dauerthema des Pop gesprochen.

Lisa, du hast es in Eigenregie zu Millionen Streams geschafft und kannst nun dein Major-Label-Debüt feiern. Auf einem der Songs deiner neuen EP „Boring“ singst du von einem Freund, dem der Erfolg zu Kopf gestiegen ist. Ist das etwas, über das du dir auch Gedanken gemacht hast?

Lisa Pac: Auf jeden Fall mache ich mir darüber Gedanken. Ganz egal, wie viele Streams hinter einem Song stehen oder wie viel Geld auf dem Konto liegt: Es gäbe für mich nichts Schlimmeres, als aufgrund von Zahlen Menschen anders zu behandeln als zuvor. Das ist mir extrem wichtig. Stay humble!

Bereits mit 12 hast du damit begonnen, eigene Songs zu schreiben, und warst drei Jahre lang Teil einer Band. Wie sehen deine musikalischen Wurzeln aus?

Lisa Pac: Ich habe früh begonnen, Klavier zu spielen, und bin mit viel klassischer Musik aufgewachsen. Allerdings habe ich nebenbei auch Alben von den Backstreet Boys und Christina Aguilera gehört und geliebt. Als Teenager habe ich dann begonnen, meine eigenen Popsongs zu schreiben, und schnell gemerkt, dass es das ist, was ich machen will. Es gibt aber immer wieder versteckte wirklich catchy Melodien in klassischen Werken, die sehr inspirierend für mein jetziges Songwriting sind.

„Beverly“ handelt davon, eine toxische Beziehung zu beenden. Gerade verändert sich ja wahnsinnig viel davon, wie Beziehungen und Liebe im Pop verhandelt werden. Merkst du einen Unterschied zwischen den Songs, die du schreibst, und denen, mit denen du aufgewachsen bist?

Lisa Pac: Ich finde, dass meine Songs – oder prinzipiell Songwriting – ehrlicher und direkter geworden sind. Früher hat man viel in Metaphern verpackt, die jeder so interpretieren konnte, wie er es für richtig hält. Songwriting heutzutage ist ein bisschen edgier, finde ich – kein Blatt vorm Mund, einfach gerade raus. Das finde ich gut!

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