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Little Women: Greta Gerwig verfilmt Emanzipations-Klassiker neu

Greta Gerwig bleibt die coolste Socke des US-amerikanischen Indiekinos. In Filmen wie Noah Baumbachs „Frances Ha“ und Todd Solondz’ „Wiener-Dog“ war die 36-Jährige das Gesicht einer Generation, von der behauptet wird, vor lauter Optionen keine Entscheidungen mehr treffen zu können – und die im Gegenteil ahnt, gar nicht so wahnsinnig viele Optionen zu haben. Ihr Regiedebüt Lady Bird von 2017 schrieb diese Welt weiter, mit Saoirse Ronan als jüngerer Ausführung Gerwigs, als Familiendramödie, in der gar nicht mehr versucht wurde, das chaotische Familienleben irgendwie zu ordnen.

Worum geht es in „Little Women“?

„Little Women“ ist eine Literaturverfilmung: Louisa May Alcotts 1868 entstandener Klassiker der US-Emanzipationsliteratur erzählt die Geschichte von vier Schwestern (u. a. Saoirse Ronan) die sich am Ende des US-Bürgerkriegs eine Welt ohne patriarchale Strukturen aufbauen. Gerwig inszeniert den schon mehrfach verfilmten Stoff brav an der Romanvorlage entlang – was den Film zumindest vor den Klippen des Kitsches rettet, auf die Gillian Armstrong 1994 mit ihrer „Little Women“-Version „Betty und ihre Schwestern“ mit Winona Ryder hin und wieder auflief.

Braucht man eine Neuverfilmung?

„Little Women“ passst genau in eine Zeit, in der sich der amerikanische Indiefilm auf Tradition, Familie und geschwisterliche Solidarität besinnt. Wenn auch sanft ironisch gebrochen – Gerwig mag mit ihrer zweiten Regiearbeit eine traditionalistische Schiene fahren, aber sie bleibt eine hipstertaugliche Ironikerin, die das Schwelgen in Ausstattungsdetails mit Augenzwinkern zu hinterfragen weiß. So viel coole Socke muss schon noch sein. fis

„Little Women“ kommt am 30. Januar ins Kino.

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