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Die Liebe in den Zeiten des Plauderns

„Love Life“ war als Anthologieserie angekündigt, wobei eine Staffel immer das gesamte Liebesleben eines Menschen von der ersten bis zur letzten Liebe darstellen soll. Jetzt geht die erste Staffel mit dem Leben der Darby Carter (Anne Kenkrick, von den Brackets bis zur reifen Frau) auf Starzplay an den Start. „Love Life“ erzählt in zehn Halbstündern vom Kennenlernen in der Karaokebar, Liebe mit dem Chef, Liebeskummerbesprechungen in der WG, Schnüffeln in digitalen Medien genauso wie in analogen Schubladen und vielen, vielen Flirts, Romanzen und wiederkehreden tieferen Beziehungen.

Für Regie und Drehbuch ist Paul Feig („Taffe Mädels“, „Brautalarm“) verantwortlich. Wer keine Voice-Over-Erklärungen zu den psychologischen Ursachen für emotionale Eruptionen im Handlungsgeschehen hören möchte oder einfach keine sonstigen Stützen zum Verständnis aus dem Off, kann durchaus ihn verantworltlich machen. Für die der Handlung untergelegte Wohlfühlmusik steht Dan Romer gerade. „Love Life“ (eine zweite Staffel ist bereits bestellt) erzählt von vielen Belanglosigkeiten im Leben einer jungen Ostküstenfrau auf der Suche nach dem richtigen Beruf und nach dem passenden Mann. Rückblenden in die Kindheit des Scheidungskindes, das sich beim Pendeln zwischen den Elternteilen immer fühlte wie eine von Hotel zu Hotel Reisende, lassen einen oberflächlichen Blick auf einen nicht sonderlich komplizierten Charakter werfen.

„Love Life“ wurde vom produzierenden US-Sender HBO Max als romantische Comedy angekündigt, und Romantik ist in der Tat ganz stark da, aber Comedy? Nein, komisch ist kaum was an dieser Serie, die betuhlich, liebevoll und nachsichtig mit allen Charakteren umgeht. Viel zu nachsichtig. jw

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