- Review
Lust for Youth: Lust for Youth
Das Kopenhagener Duo perfektioniert den neuen Pop-Ansatz – ohne dabei seine Darkwave-Wurzeln zu verleugnen.

Es ergibt durchaus Sinn, dass sie ihr sechstes Album schlicht „Lust for Youth“ nennen: Das von von Hannes Norrvide zunächst im Alleingang gestartete Darkwave-Projekt hat sich nach und nach dem Pop geöffnet. Mit Mathe Fischer an seiner Seite konnte sich Norrvide 2014 auf „International“ und ganz besonders auf dem vor drei Jahren erschienenen Album „Compassion“ an Referenzen wie den frühen Depeche Mode, Pet Shop Boys und New Order abarbeiten, ohne dabei seine Postpunkwurzeln zu verleugnen oder gar zu verraten.
Inzwischen haben die beiden Musiker aus dem Umfeld der Kopenhagener Band Iceage jegliche Berührungsängste verloren und statt gelegentliche Hooks einzubauen, sind Kompositionen wie „New Balance Point“ und „Great Concerns“ großangelegte und auch tanzbare Popsongs, die zeitgenössische Produktionsraffinessen einbeziehen, zugleich aber die bewährte Geschmackssicherheit beibehalten. Hinzu kommt, dass Norrvide es noch immer wie kaum ein zweiter vermag, die Fallstricke der Zweisamkeit mit so einfachen wie eben auch wahren Sätzen zu erfassen. Da nehmen wir dann auch den Refrain des Überhits „By no Means“ mal nicht persönlich: „A compliment from you would insult me.“
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Musik

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