„Madame Kika“ im Kino: Fucking France!
Als Kika plötzlich Witwe und damit alleinerziehend wird, verschlägt es sie ins Sexbusiness. „Madame Kika“ läuft jetzt in den Kinos.
Auf einen schweren Schicksalsschlag folgt die sexuelle Befreiung – zumindest auf monetärer Ebene! Alleinerziehend und mit dem zweiten Kind schwanger, wagt sich die junge Kika ins Sexarbeiterinnenbusiness vor – und wird zu Madame Kika. Die Tragikomödie läuft im Kino.
Zunächst will sie nur aus ihrer starren Ehe ausbrechen und beginnt eine Affäre mit dem charmanten Fahrradreparateur David (Makita Samba, „Wo in Paris die Sonne aufgeht“). Doch als David plötzlich stirbt, steht Kika (Manon Clavel, „Leben und lügen lassen“) alleine da: schwanger, mit Kind und einem schlecht bezahlten Job. Zufällig entdeckt sie, wie viel Geld sich mit den Kinks ihrer Mitmenschen verdienen lässt, und stürzt sich in die Sexarbeit – mit wachsender Leidenschaft. „Madame Kika“ erinnert inszenatorisch und thematisch stark an die deutsche Tragikomödie „Fucking Berlin“ aus dem Jahr 2026, geht dabei allerdings deutlich sensibler mit seiner vielschichtigen Hauptfigur um. Es hat durchaus etwas Amüsantes, die zahlreichen sexuellen Vorlieben ihrer Klienten zu erkunden. Und es macht Spaß, Kika dabei zuzusehen, wie aus der Verlegenheitslösung Sexarbeit nach und nach eine echte Passion wird. Doch das Besondere am Film ist, dass Regisseurin Alexe Poukine („Sauve qui peut“) nie urteilt. Weder über ihre Protagonistin noch über ihre Kunden. Stattdessen lotet sie das Thema (käufliche) Sexualität bis aufs Äußerste aus. Das ist schmerzhaft aber vor allem aufrichtig und gefühlvoll.