URBANE KULTUR

Maria Eichhorn im Deutschen Pavillon 2022

Maria Eichhorn
Maria EichhornFoto: Jens Ziehe

Nächstes Jahr ist es wieder soweit: Die 59. Biennale di Venezia findet statt. Für den Deutschen Pavillon wählte Kurator Yilmaz Dziewior die Künstlerin Maria Eichhorn aus. Die in Berlin lebende Bambergerin ist vor allem für ihre raumgreifenden Arbeiten bekannt, mit denen sie kritisch auf institutionelle Machtsysteme und -strukturen verweist. Die internationale Position auf der Venedig-Biennale ist nicht die erste herausragende Ausstellung von weltweiter Tragweite: Neben ihrer Teilnahme an früheren Venedig-Biennalen in den Jahren 2015, 2001 und 1993 war Maria Eichhorn bereits auf der Documenta 11 in Kassel im Jahr 2002 vertreten. Dort stellte sie ihre Arbeit „Maria Eichhorn Aktiengesellschaft“ aus. Um den Zusammenhang zwischen Kunst und Wirtschaft zu beleuchten, gründete sie eine Aktiengesellschaft, deren Kapital sich nicht vermehren konnte. In einer Vitrine präsentierte sie ein Bündel von 500-Euro-Scheinen, die in ihrer Unantastbarkeit eine eigene Ästhetik entwickelten.

Große Beachtung fand zudem ihr „Rose Valland Institut“, das sie für die Documenta 14 gründete. Das fortlebende Institut dokumentiert die Enteignung der jüdischen Bevölkerung Europas. Zu Maria Eichhorns künstlerischer Auseinandersetzung mit den Folgen des Nationalsozialismus sagt Yilmaz Dziewior:

„Maria Eichhorn ist genau die Künstlerin, die ich schon immer im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig sehen wollte. Denn meiner Meinung nach gibt es nur wenige künstlerische Positionen, die sich ähnlich vielfältig und intensiv mit der deutschen Geschichte und deren Auswirkungen auf die Gegenwart beschäftigen wie Maria Eichhorn.“

Das Auswärtige Amt stellt die Grundfinanzierung des deutschen Beitrags auf der Biennale bereit. In dessen Auftrag übernimmt das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) seit 1971 die Rolle bei der Positionierung des Deutschen Pavillons auf der Biennale di Venezia. Ellen Strittmatter, Kommissarin des Deutschen Pavillons und Leiterin der Kunstabteilung des ifa, äußerte sich zur Bedeutung der 59. Biennale Arte in Venedig und deren Vertreter*innen:

„Die Faszination der Biennale di Venezia liegt in ihrer Möglichkeit und Aufforderung, globale Kunst- und Kulturdiskurse und ihre gesellschaftlichen Kontexte zu reflektieren. Sie ist heute die einzige internationale Kunstausstellung, die ihre Beiträge noch in nationalen Pavillons präsentiert. Umso mehr prägen die Fragen nach nationaler Zuschreibung sowie die Perspektiven, diese zu überwinden, den Entstehungsprozess der künstlerischen Arbeit im Deutschen Pavillon. Virtuell lässt uns Yilmaz Dziewior in den nächsten Monaten erstmals an den im Zusammenhang des aktuellen Beitrags relevanten Themen auf der Website des Pavillons und in den sozialen Medien teilhaben. Wir gratulieren ihm zu seiner vielversprechenden Entscheidung und freuen uns auf einen wegweisenden Beitrag von Maria Eichhorn im Deutschen Pavillon 2022.“

Alle weiteren Infos zum Deutschen Pavillon 2022 gibt es auf dessen Webseite.