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Miles Davis: Birth of the Cool – Das Leben des Genies auf der Leinwand

Der Name Miles Davis steht mittlerweile für mehr als nur den Musiker selbst, er ist synonym geworden mit dem Sound einer Jazzepoche, die mehr als jemals davor oder danach auf Einfachheit und Reduktion setzte und in der Coolness ihren Inbegriff fand. Das 1959 veröffentlichte „Kind of Blue“ gilt bis heute als unangefochtenes Manifest des Modal Jazz – und ist längst über die Grenzen des Genres hinaus zu einem Klassiker geworden. Das Leben von Davis war jedoch von weit mehr geprägt als musikalischem Erfolg: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines bahnbrechenden Albums galt in den USA noch immer die Rassentrennung, Davis selbst kämpfte mit Drogenproblemen und seine Persönlichkeit galt bis zu seinem Tod als widersprüchlich und umstritten.

„Miles Davis: Birth of the Cool“ zeigt bisher unveröffentlichtes Bildmaterial

Für seine Doku „Miles Davis: Birth of the Cool“ hat Regisseur Stanley Nelson tief in der Musikgeschichte gegraben, um das Leben des Musikers und sein soziales Umfeld in seiner gesamten Komplexität nachzuzeichnen. Für den Film hatte Nelson uneingeschränkten Zugriff auf das Archiv von Miles Davis. Neben unveröffentlichtem Fotomaterial punktet die Doku daher auch mit bisher noch nicht gezeigten Interviews des Künstlers. Kommentare von Zeitgenossen, ehemaligen Kollaborateuren und prominenten Kollegen wie Quincy Jones und Carlos Santana runden das Bild ab.

Dabei ist es besonders beachtlich, dass Nelson neben Davis Schaffensethos auch auf die persönlichen und sozialen Lebensumstände des Künstlers beleuchtet, und seine Arbeit damit aus einer rein musikgeschichtlichen Betrachtung herauslöst. Damit umgeht der Film einen der zentralen Fallstricke, der Musikdokumentationen häufig zum Verhängnis wird: Nämlich Musikgeschichte als einen von soziopolitischen Umständen unberührten Raum darzustellen. Denn auch im Falle Miles Davis ist Musik nicht nur Mythos, sondern immer auch menschlich.

Miles Davis: Birth of the Cool ab 2. 1. im Kino

Alle Spielzeiten des Films findet ihr auf kulturmovies.de

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