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my invisible friends: Mit „Christine“ ins Rampenlicht

my invisible friends

Es sind verschlungene Wege, die David Oesterling ins Hier und Jetzt gebracht haben. Hier und jetzt ist er Kopf der neu gegründeten Band my invisible friends. Doch lange Jahre davor hat der Berliner mit und für andere Musiker:innen gearbeitet, hat an Songs mitgeschrieben und Tracks produziert. Das hat ihn mit Acts wie Jürgen Drews, Gestört Aber Geil oder DJ Ötzi zusammengebracht. Noch früher jedoch war er ein Kind in Bergisch-Gladbach, das im Kinderzimmer Songs auf der Gitarre schrieb.

Insofern hat sich mit my invisible friends auch ein Kreis geschlossen, denn mit dem neuen Projekt schreibt Oesterling wieder nur für sich selbst. Warum er von Authentizität trotzdem nichts hält, hat er uns im Interview verraten. Dabei hat er auch von der neuen Single „Christine“ erzählt, dem Vorgeschmack auf das kommende Debütalbum „… playing their most hated Love Songs“.

David Oesterling von my invisible friends im Interview

David, du hast lange für andere Künstler:innen von Jürgend Drews über Gestört Aber Geil bis Helen Fischer geschrieben und produziert. Was hat dich bewogen, mit my invisible friends wieder mehr deinen eigenen Weg zu gehen?

David Oesterling: Das hat für mich überhaupt nichts miteinander zu tun. Für Helene Fischer habe ich übrigens auch nicht selber geschrieben, sondern Autoren, die in meinem Verlag unter Vertrag stehen. Ich bin ja jetzt auch nicht der Schlageronkel. Ich will einfach Konzerte spielen und auf Tour gehen. Ich brauche das irgendwie für mich, das habe ich erkannt – deswegen wollte ich unbedingt wieder eine Band haben.

Du hast schon viele Masken getragen, deine größte Inspiration ist das Chamäleon David Bowie. Wie stehst du zum Begriff Authentizität? Wird der heute gern mal überstrapaziert?

Oesterling: Mir bedeutet Authentizität nichts. Also mir ist das egal, für mich. Ich finde es gut, wenn so Typen wie Liam Gallagher authentisch sie selber sind, und das ist ja, was man an denen so mag. Auch für viele Schlager-Künstler:innen ist das bestimmt wichtig: „Der ist ja so bodenständig …“ – das ist ja in Deutschland ein besonderes Lob. Ich will weder bodenständig noch authentisch sein. Ich fühle mich nach wie vor wie ein Außenseiter, der nirgendwo dazugehört, und wahrscheinlich ändert sich das auch nicht mehr.

Was bedeutet der Bandname my invisible friends für dich?

Oesterling: Ich habe dieses Projekt ja alleine angefangen und einfach die Musik gemacht, die mir persönlich gefällt. Mir kam es immer so vor, als würde ich mit meinen unsichtbaren Freunden, einer Band, einem Produzenten usw. arbeiten – ein bisschen schizophren. Eine One-Man-Show, die in einem Zimmer stattfindet. Deswegen habe ich die Projekte im Computer immer unter dem Arbeitstitel „my invisible friends“ abgespeichert – und dabei ist es geblieben!

„Hoffentlich gibt es dafür einen Shitstorm“

Was kannst du uns über die neue Single „Christine“ erzählen? Hat sie ein reales Vorbild?

Oesterling: Christine gibt es so konkret nicht. Zwei, drei vergangene Beziehungen sind dort zu einer Geschichte zusammengeschmolzen und zu der Person Christine geworden. Für mich lief es immer ähnlich: die Anfangseuphorie, die große Liebe, das Für-immer, schnelles Commitment, der große Wunsch, endlich jemanden zu finden, der dich versteht. Und dann das Aufwachen. Der Schmerz, das Bedauern, das traurige Loslassen und Sich-Verabschieden.

Wo und unter welchen Umständen habt ihr das Video dazu aufgenommen?

Oesterling: Im Napoleon Komplex in Berlin Friedrichshain. Es war hektisch, wir haben Lichter und Lampen dahin gekarrt, den Proberaum ausgeräumt, alles aufgebaut. Es gab zwei Kameraleute. Es war sehr heiß. Wir haben in dieser Session mehrere Lieder aufgenommen. Es ist eine Liveaufnahme, die aber hinterher bearbeitet und gemischt wurde. Wenn man sich das genau anhört, ist die Videoversion also eine andere als die Studioversion, die man sich bei Spotify, Apple und so anhören kann.

Wir haben Glück gehabt, dass mein Kumpel Tom Weasley die tolle Location besorgt hat und dass er dieses Low-Budget-Projekt so gut gefilmt hat, dass es ziemlich teuer aussieht. Den Schnitt hat Graeme Maguire gemacht, der ist wirklich wahnsinnig talentiert! Fun Fact: Ich hatte an dem Tag keine In-Ears und habe meine iPhone-Kopfhörer als In-Ears benutzt. Sieht richtig scheiße aus. Das ärgert mich jedes Mal, wenn ich das Video sehe. „Der Typ mit den iPhone Kopfhörern“ – hoffentlich gibt es dafür einen Shitstorm!

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