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„Get rollin’“ von Nickelback: Schnapsideen

Gruppenportrait Nickelback am Bühnenrand sitzend
Foto: BMG

Nickelback sind mit „Get rollin’“ zurück. Doch reitet die kanadischen Rockband um die Brüder Mike und Chad Kroeger auch noch mit Album Nummer zehn den Exzess?

Mike, auf dem Cover des zehnten Studioalbums „Get rollin’“ von Nickelback kann man einen coolen alten Van bewundern. Wann seid ihr zuletzt mit so einem Gefährt durch die Gegend gebraust?

Mike Kroeger: In den Neunzigern, als für uns alles angefangen hat. Wir sind mit einem etwas schrottigen Bulli von Auftrittsort zu Auftrittsort gefahren. Technisch gesehen waren wir obdachlos – aber wir haben es geliebt.

Fehlen dir die alten Zeiten?

Kroeger: Nein, ich bin gerne 50. Ich erlebe die Zeit jetzt nochmal durch meine Kinder. Mein Sohn Dawson ist 21 und ebenfalls in einer Band. Als er vor gut zwei Jahren mit seinen Jungs losziehen wollte, habe ich ihm einen wirklich anständigen Van geschenkt, doch wegen Corona können sie die Karre erst jetzt so richtig nutzen. Aber ich will mich nicht beklagen: Stattdessen hat der Junge zwei Jahre in Los Angeles Musik studiert.

Lebt ihr nicht mehr auf Hawaii?

Kroeger: Nein, wir sind vor fünf Jahren nach Hollywood umgesiedelt. Meine Kids stehen nicht auf Strand und Surfen, meine Tochter Avalon ist Model, und meine Frau ist im Schmuckgeschäft. Für uns alle ist Kalifornien praktischer.

Der Song „San Quentin“ ist für euren ansonsten sehr melodiegeprägten, hymnischen Rock sehr hart. Woher kommen die Metal-Elemente?

Kroeger: Von mir! (lacht) Chad und Ryan lieben Melodien, aber mir kann es nicht hart und laut genug sein. Meine Lieblingsband ist Meshuggah aus Schweden, die machen so eine Art Jazz-Metal.

Wovon handelt „Vegas Bomb“? Besingt Chad dort einmal mehr eine Frau, die er heiß findet?

Kroeger (lacht): Nein, das ist ein Schnaps, der aus Whiskey, Pfirsichlikör und noch irgendwas andrem besteht. Mich darfst du da nicht fragen, ich habe schon vor Jahren komplett mit dem Alkohol aufgehört.

„Wir stammen von Iren und von Norddeutschen ab: Bier und Schnaps liegen uns sozusagen im Blut.“ Mike Kroeger von Nickelback im Interview über das neue Album „Get rollin’“

Dein Bruder offensichtlich nicht.

Kroeger: Nein, aber auch Chad ist auf dem Weg, den Alkohol zu reduzieren. Wir stammen von Iren und von Norddeutschen ab: Bier und Schnaps liegen uns sozusagen im Blut. Doch wir sind jetzt einfach in einem Alter, in dem wir nicht mehr leben wollen wie die Lausbuben.