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Oliver Bottini: Ein paar Tage Licht

Nein, böse Menschen sind das nicht, die Oliver Bottinis Politthriller bevölkern. Reinhold Wegner, Manger einer Waffenfirma, hat am Vorabend erst seinen 50. Geburtstag gefeiert und macht sich jetzt beim morgendlichen Schwimmen im Pool Gedanken über das demnächst steigende Aufkommen von ärztlichen Voruntersuchungen. Da entdeckt er als letzten Partyüberrest hinterm Sofa die schlafende Wiebke Ebert, eine Sekretärin im Auswärtigen Amt, mit hochgeschobenem Rock und macht erst mal ein paar Fotos mit seinem neuen Smartphone. Später, beim Espresso, wird sie ihm wichtige Informationen für die Firma liefern und ihm unendlich dankbar sein für seine Diskretion.

Ebert und Wegner sind nur beispielhaft – alle Figuren haben bei Bottini ihre privaten Sorgen und drehen nebenbei wie selbstverständlich am großen Rad der Waffenexporte. Da wird in Nigeria ein Rüstungsmanager von islamischen Terroristen entführt, und Ralf Eley vom BKA soll sich der Sache annehmen. Wenn Oliver Bottini einen Politthriller scheibt, hat man als Leser nicht nur Nervengift in der Hand, nein: Ganz subtil und eingebettet in kurze Kapitel voller Leben liefert er uns Hintergrundwissen zu den politischen und rechtlichen Grauzonen, innerhalb derer Geschäfte mit Maschinenpistolen oder Panzer stattfinden. Und weil Bottini mit seinen Thrillern allerbestes Edutainment schreibt, gibt er uns auch noch ein 40-seitiges Glossar und eine Karte Nordafrikas mit an die Hand.

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