MUSIK

„Hype“ – Unterhaltsames Rap-Musical auf One und in der ARD-Mediathek

Protagonist der Serie Hype auf One und in der ARD-Mediathek ist der 20-jährige Musa (Soufiane El Mesaudi), der sein Geld mit Aushilfsjobs und gelegentlichem Dealen im Kölner Stadtteil Porz-Finkenberg verdient, eigentlich aber Rapper werden will. Die erfolgreiche Influencerin Naila (Nora Hennes) hat es mit ihrer Instagramkarriere aus der Siedlung herausgeschafft. Als sie zurückkehrt, wird sie mit den dort immer noch herrschenden Umständen konfrontiert: Polizeigewalt, Junkies und Armut. Nichts scheint sich geändert zu haben. Von ihren Freund:innen wird sie aber trotz ihrer steilen Karriere nicht verstoßen. Einmal Köln-Porz, immer Köln-Porz.

Die neue Serie Hype auf One und in der ARD-Mediathek wählt einen sehr ungewöhnlichen Zugang zum Thema: Sie ist ein Rap-Musical. Und tatsächlich – die Charaktere rappen und tanzen, was das Zeug hält. Mal stellen sie sich und ihre Motivationen vor, mal berichten sie vom Leben im Plattenbau im Kölner Stadtteil Porz, wo die Serie spielt. Authentizität ist dabei keine wesentliche Kategorie.

„Hype“: Genremix aus „4 Blocks“ und „West Side Story“

Die Figuren, Narrative und Themen könnten klischeehafter nicht sein. Doch es ist genau das, was die Serie möchte. Durch die ständigen Musical- und Tanzeinlagen verdeutlicht Hype, dass der Hauptanspruch weder Realismus noch totale Ernsthaftigkeit ist, sondern Unterhaltung. Die Story ist trotz der Vorhersehbarkeit fesselnd, vor allem durch den erfrischenden Zugang.

An der ein oder anderen Stelle irritieren die überzeichneten Charaktere. Je länger man aber zuschaut, desto deutlicher wird, was die Macher:innen damit erreichen wollen: eine Annäherung an das Thema, frei von politischem Bildungsanspruch oder dringlicher Ernsthaftigkeit. Wer hätte vermutet, dass ein Genremix aus „4 Blocks“ und „West Side Story“ so gut funktionieren kann – sofern man sich darauf einlässt.

Nichts verpassen! Einfach unseren Film-Newsletter abonnieren! Anmelden