- Review
One True Pairing: One True Pairing
Auf seinem Solodebüt wagt sich der ehemalige Songwriter der Wild Beasts, Tom Fleming, an den Sound der 80er-Jahre heran.

Natürlich wird der 25. September 2017 auf ewig ein rabenschwarzer Tag bleiben, doch zwei Jahre nachdem die Wild Beasts ihre Trennung bekannt gegeben haben, dürfen selbst leidenschaftliche Fans der britischen Indieband wieder ein bisschen optimistischer in die Zukunft blicken: Nachdem vor ein paar Monaten bereits Hayden Thorpe mit „Diviner“ ein herausragendes Soloalbum vorgelegt hat, wagt sich mit Tom Fleming als One True Pairing nun auch der zweite Songwriter und Sänger an einen Alleingang.
Als One True Pairing legt er mit „Blank Walls“ und der Vorabsingle „I’m not afraid“ Songs vor, die an 80er-Radiohits von Bruce Springsteen, Tom Petty und den Dire Straits erinnern würden – hätte er sie nicht mit aggressiven Synthiesounds aufgeraut. Flemings Solodebüt ist eine wütende Platte, auf der er mit einem Post-Brexit-England abrechnet, in dem die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Es sind gerade die mit modernster Produktionstechnik umgesetzten Referenzen an den reduzierten und kalten Elektrosound der 80er, die seinen Protest so zeitgemäß machen. „Dawn at the Factory“ und „Elite Companion“ verweisen auf die frühen Album von Depeche Mode, während der beste Song der Platte sogar noch einen Schritt weiter geht: Wenn er sich in „Weapons“ mit toxischer Männlichkeit auseinandersetzt, kontrastiert er die eingängige Gesangsmelodie mit brachialem Industrial.
„One True Pairing“ erscheint am 20. 9.
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