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Otto Waalkes

Otto auf Schmusekurs: Für „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ teilt der Starkomiker zum ersten Mal die Leinwand mit anderen komischen Leuten. Komisch. Wird Otto Waalkes alt und milde? _ulysses fragte nach.

_ulysses: Otto, Ihren neuen Film bestreiten Sie nicht mehr allein, sondern mit einer Schar von neuen deutschen Komikern. Wo bleibt da das Konkurrenzdenken?

Waalkes: Das habe ich nicht. Ich sehe meine Kollegen als Bereicherung. Deutscher Humor ist wieder salonfähig, und das öffnet neue Türen, weil die Leute darauf wieder Lust haben. Selbst im Ausland hört man: The Germans can be very funny! Das ist doch ein Kompliment.

_ulysses: „7 Zwerge“ ist also kein typischer Otto-Film?

Waalkes: Nein, es ist ein Film mit Otto. Ich bin nur ein Bestandteil des Ensembles, eine große Herausforderung für mich. Ich war in meinen Film immer der Mittelpunkt, und irgendwann ist damit Schluss. Insofern habe ich mich weiterentwickelt.

_ulysses: Nina Hagen spielt die böse Hexe. Hat Sie Ihnen das nicht übel genommen?

Waalkes: Nina und ich kennen uns schon seit 100 Jahren. Ich habe mal Disneys „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ gesehen. Noch bevor ich an meinem Film dachte, erinnerte mich diese Figur immer an Nina Hagen. Sie hat die gleichen Gesichtszüge, die gleiche Mimik, also habe ich sie ihrem Typ entsprechend engagiert.

_ulysses: Warum haben Sie ausgerechnet dieses Märchen auf die Schippe genommen?

Waalkes: Mein Vater hat es mir immer erzählt, und ich wunderte mich jedesmal, was mit den sieben Zwergen los ist: Woher kommen sie? Haben sie Eltern? Und wie kommt es zu dieser idiotischen Wohngemeinschaft da draußen im Wald? Jetzt nehmen wir uns jeden einzelnen vor, um herauszukriegen, was für Probleme sie mit Frauen haben. Denn sie glauben doch tatsächlich, dass das Leben ohne Frauen besser sei.

_ulysses: Wie denken Sie als Frauenheld darüber?

Waalkes: Frauenheld hört sich gut an. Das bin ich aber nicht, aber ich halte viel von Frauen. Ich bin doch erst das zweite Mal verheiratet. Da haben mich Joschka Fischer oder der Kanzler schon weit überholt.

Interview: Markus Tschiedert