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„Paris Murder Mystery“: Geht eine Analytikerin zur Hypnose …

„Paris Murder Mystery“ mit Jodie Foster in der Hauptrolle startet in den Kinos.
„Paris Murder Mystery“ mit Jodie Foster in der Hauptrolle startet in den Kinos. (Foto: Plaion Pictures / © Georges Lechaptois.)

Im Kino läuft die schwarze Komödie „Paris Murder Mystery“ mit einer glänzend spielenden Jodie Foster als Therapeutin, die nicht an den Suizid einer Patientin glaubt und einen Mord beweisen will.

Die US-amerikanische Psychoanalytikerin Lilian Steiner lebt und praktiziert in Paris. Bei Sitzungen hört sie gerne mal nicht richtig zu, weshalb die Therapeutin alles auf Mini-Disc mitschneidet, um hinterher noch einmal das abzuhören, was die Patientinnen gesagt haben. Wenn sie das Wort „Hypnose“ hört, kriegt die rational veranlagte Lilian Schnappatmung. Doch als Paula schon zur dritten Sitzung in Folge nicht erscheint, telefoniert sie ihrer Patientin hinterher und erfährt, dass diese Selbstmord begangen hat. „Paris Murder Mystery“ läuft in den Kinos.

Lilian ist in ihren Grundfesten erschüttert, hatte sie als Therapeutin bei Paula doch nie einen Suizidverdacht. In der Folge hat sie durchgehend tränende Augen – Weinen mag sie es nicht nennen – und ist entsprechend schlecht gelaunt. In diesem Zustand nimmt Lilian die Fährte auf und sucht Indizien, die für einen Mord zu sprechen. Dabei schreckt sie weder vor Einbrüchen in fremde Wohnungen zurück noch vor – Achtung, auf einmal! – Hypnose gegen das Weinen, und unverfroren durchwühlt sie den Müll fremder Haushalte. Regisseurin Rebecca Zlotowski („Les sauvages“) konnte für diesen Film voller Untiefen Jodie Foster als Lilian gewinnen, und die zweifache Oscargewinnerin geht regelrecht auf in dieser widersprüchlichen Figur einer leicht arroganten Therapeutin, die sich absolut nicht mit dem Suizid einer ihrer Patientinnen anfreunden mag. Ihr Gesicht spiegelt die Gefühle genauestens, die Lilian im Laufe ihrer Demontage als rationaler Mensch und in ihrem immer stärkeren Kampf gegen ihr Versagen als Analytikerin mit schlechtem Gewissen durchlebt. „Paris Murder Mystery“ ist viel mehr als Lilians Suche nach dem potentiellen Mörder oder die Wiederaufnahme ihrer Beziehung zum geschiedenen Gatten Gabriel (mehr als ein wunderbarer Sidekick: Daniel Auteuil, „Ein Schweigen“), der sie wieder ins Bett kriegen will. Erst recht ist der Film mehr als nur Lilians Vermutung, in einem früheren Leben im Nationalsozialismus die Geliebte von Paula gewesen zu sein und deswegen eine besondere Beziehung zur Verstorbenen zu haben. Nein, Lilian Steiner selbst ist das Zentrum dieses Films, der ohne die wunderbar facettenreich spielende Jodie Foster („True Detective: Night Country“)  in dieser Qualität gar nicht möglich gewesen wäre.

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