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Penthesilea: Schauspiel Frankfurt

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Foto: © Birgit Hupfeld

Michael Thalheimer inszeniert in Frankfurt Kleists „Penthesilea“. Blutig.

Mit seinen Berliner Inszenierungen wirkte Michael Thalheimer zuletzt ein wenig in der eigenen Formsprache erstarrt, seine Arbeiten in Frankfurt aber zeigen, weswegen der 50-Jährige bis heute als wichtigster Erneuerer des klassischen Schauspielertheaters des frühen 21. Jahrhunderts gilt. Die radikalen Klassikerreduzierungen, mit denen er bekannt wurde, hat Thalheimer hinter sich gelassen, längst inszeniert er auch Zeitgenössisches, aber am Main konzentriert er sich auf Altbewährtes: „Ödipus/Antigone“, „Maria Stuart“, „Nora“, „Medea“, das kann Thalheimer, da weiß man, was man hat. Eine Weiterentwicklung zu seinen Erfolgsinszenierungen lässt sich vielmehr im Fokus auf tragische Frauenrollen sehen, die Frau ist heute nicht mehr reines Opfer, sondern ebenso handelnde Figur (der es am Ende dennoch übel ergeht, klar). Fortgeführt wird das mit Heinrich von Kleists „Penthesilea“, einem poetischen Schlachtgemälde, in dem eine kriegerische Amazonenkönigin zwischen Liebe und Blutdurst zerrieben wird. In der Titelrolle: Constanze Becker.