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Pinegrove – Marigold

Folkiger Mathrock: An der Schnittstelle von Alt-Country und Indierock haben Pinegrove ihren ganz und gar eigenen Sound gefunden.

Musik war bei Pinegrove zuletzt kaum noch Thema: Ende 2017 war Sänger Evan Stephens Hall via Facebook selbst an die Öffentlichkeit getreten, um von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen wegen sexueller Nötigung zu berichten, bei denen es um psychische Gewalt, Manipulation und das Ausnutzen von Machtstrukturen ging. Hall begab sich in Therapie, die Band sagte ihre komplette Tour ab, legte das bereits fertige dritte Album „Skylight“ auf Eis, um es ein Jahr später in Eigenregie zu veröffentlichen und alle Erlöse zu spenden.

Pinegrove versuchen einen Neustart auf Rough Trade

Mit neuem Plattenvertrag beim altehrwürdigen Label Rough Trade wagt die Band aus Montclair, New Jersey nun einen Neustart – und legt mit „Marigold“ ihr bislang bestes Album vor. An der Schnittstelle von Alt-Country und Indierock haben Pinegrove ihren ganz und gar eigenen Sound gefunden, der sich wohl am besten als folkiger Mathrock beschreiben lässt: So komplex die Arrangements mit geometrisch ineinander verschlungenen Gitarren und Halls introspektiven Texten auch sein mögen, behalten sie doch stets auch die maximale Eingängigkeit im Blick. Wer den frühen Okkervil River hinterher hängt oder irgendwann aus den Veröffentlichungen von Death Cab For Cutie rausgewachsen ist, könnte hier eine neue Lieblingsband finden. cs

Marigold ist gerade erschienen. Das Album könnt ihr bei Amazon kaufen.