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Plattenläden starten Petition gegen DHL und Co. wegen steigender Versandkosten für Vinyl

Ab 1. Juli ziehen DHL und Co. die Preise für den internationalen Versand an – vor allem kleine Plattenläden sind dadurch gefährdet.

Plattenläden Petition: Man sieht die Kartons von aneinandergereichten Schallplatten.
Der deutsche Plattenhandel ist in Gefahr.Foto: Michael Gaida/Pixabay, Pixabay Licence (Symbolbild)
  • Nachdem viele kleine Läden bereits unter der Corona-Pandemie gelitten haben, kommt nun ein weiterer Rückstoß für Plattenläden.
  • Die DHL und Deutsche Post erhöhen die Kosten für den internationalen Versand, was akut den Plattenhandel betrifft.
  • Dadurch steigen die Versandkosten ungefähr auf den doppelten Preis an.

Die angekündigte Preissteigerung soll ab dem 1. Juli 2022 gelten und bezieht sich auf die Warenpost International. Die Posthäuser verkleinern dabei die Maße für ein Paket dieser Kategorie auf 25 cm, sodass eine herkömmliche Schallplatte mit ca. 31 cm Durchmesser nicht mehr als Warenpost International versendet werden kann. Dies betrifft vor allem private Plattenläden, die nun eine Petition gestartet haben.

Derzeit belaufen sich die Versandkosten für bis zu zwei Schallplatten mit Sendungsverfolgung auf 7,35 Euro. Doch ab Juli müssen Plattenhändler:innen auf ein Päckchen M International zurückgreifen. Zuzüglich Sendungsverfolgung kostet solch ein Paket knapp 20 Euro, also mehr als das Doppelte des bisherigen Preises. Bei Kosten zwischen fünf und 20 Euro pro Schallplatte kann der Versand demnach bald das Vierfache des Einkaufspreises kosten.

Plattenläden sind hautnah betroffen – eine Petition soll helfen

Plattenladenbesitzer Dirk Borrmann hat deshalb eine Petition gestartet, um die Kostenerhöhung zu verhindern. Er selbst befinde sich gerade auf einer „finanziellen Gratwanderung“ und anscheinend geht es seinen Kolleg:innen ähnlich. Nachdem die Lockdowns gerade hinter uns liegen, gebe es zwar wieder einen Aufschwung in seiner Laufkundschaft, doch ohne erschwinglichen Versandhandel könne er sein Geschäft nicht halten.

Auch Andy Vaz, Besitzer vom Kölner Yore Records zeigt sich im Musikmagazin Mixmag besorgt. Wenn die Petition keinen Erfolg hat, würde kein Plattenladen diese Kostenerhöhung überleben, so Vaz. Trotz wachsender Nachfrage an Vinyl bleibe die USA der größte Abnehmer. Verkleinert sich dieser Markt, so sieht die Zukunft für private Plattenläden sehr schlecht aus.

Deshalb wendet sich die Petition sowohl an die Postunternehmen, als auch an die Bundesregierung mit der Bitte, die Musikkultur zu fördern und die Versandkosten auf dem jetzigen Niveau zu halten. Aktuell haben über 11 300 Personen die Petition unterschrieben, das Ziel sind 15 000 Unterschriften. Hier kannst auch du die Petition unterschreiben und somit die nationalen Plattenläden unterstützen.

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