Spezial

Qobuz Act of the Week: Alex Cameron

Sänger Alex Cameron stützt seinen Kopf in die Hände und trägt ein knallblaues Hemd – ein dicker Ring rundet das Bild ab.
Sänger Alex Cameron – sein Album „Oxy Music“ ist am 11. März 2022 erschienen.

Zwischen dem typischen Softrock-Sound der 80er, energetischen Saxofonsequenzen und dem ironischen Hüftschwung, für den Alex Cameron bekannt ist, könnte man glatt vergessen, was für ein überzeugender Storyteller er ist. Wer sich sein Video zur Single „Best Life“ anschaut, merkt aber sofort, wie perfekt der Track auf die Geschichte im Video passt. Und das ganz ohne Charaktere, die im Video die Songtexte mitsprechen.

Das Album „Oxy Music“ von Alex Cameron setzt den Weg des Geschichtenerzählens fort. Die Platte ist gespickt mit Anekdoten über Menschen, die aus dem System rausfallen und am äußersten Rand der Gesellschaft existieren. Hinter seinem Gesamtkonzept aus Musik, den Liedtexten und der Titelliste verbirgt sich allerdings kein gelebter Hedonismus, wie er für die 80er typisch wäre und auf Retropartys gerade wieder voll ausgerollt wird – Camerons Album erzählt Geschichten von Drogenmissbrauch, Medikamenten und Alkohol, zeigt Haltung und wird dabei auch mal persönlich.

Den Tiefgang dem Partyexzess in High Heels vorzuziehen, hat für Cameron durchaus Gründe: Zunächst von Nico Walkers Roman „Cherry“ inspiriert, der als Hauptcharakter einen namenlosen Mann führt, fühlte sich Cameron auf seinem Album zu einem Blick auf den amerikanischen Lebenswandel genötigt. Konkret geht es um die Opioid-Krise, die die USA nach der Jahrtausendwende erfasst hat. Der Albumtitel „Oxy Music“ ist dabei keine zufällige Anspielung auf das Thema, ist Oxycodon doch das synthetische Opioid, das als verschreibungspflichtiges Schmerzmittel Abertausende US-Amerikaner:innen auch heute noch süchtig macht. Cameron bringt das Thema im Klangkostüm der 80er-Jahre zu einem musikalischen Werk zusammen, das er so beschreibt: „The album is a story, a work of fiction, mostly from the perspective of a man. Starved of meaningful purpose, confused about the state of the world, and in dire need of a reason to live – a person can, and according to the latest statistics, increasingly will, turn to opioids. This is one of those people.“

Und trotzdem hält „Oxy Music“ einige Tracks bereit, die zum Sehnsuchtstanz für eine bessere Welt und zu schmusigen Umarmungen auf die Tanzfläche locken. Ein gelungener Spagat.

Das komplette Album „Oxy Music“ von Alex Cameron ist nun in bestmöglicher Soundqualität auf Qobuz verfügbar – zum Streamen oder Downloaden. Die französische Plattform hat Pionierarbeit geleistet in Sachen digitaler Qualität: Sie war der erste Streamingservice, der seinen gesamten Katalog in verlustfreier Qualität zur Verfügung gestellt hat. Das ist nicht nur im Sinne der Abonnent:innen, sondern auch und vor allem im Sinne der Künstler:innen. Insgesamt gibt es bei Qobuz derzeit mehr als 70 Millionen Titel zu entdecken.

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