Queen Latifah

Sie ist die ungekrönte Königin Hollywoods: Queen Latifah, bürgerlich: Dana Owens. Seit der Oscar-Nominierung für „Chicago“, einer Brustoperation (kleiner, nicht größer!) und der Komödie „Bringing Down the House“ gilt sie als Hitgarantie. In ihrem neuen Film „New York Taxi“ drückt sie als Taxifahrerin Belle aufs Gaspedal.

_ulysses: Wie darf ich Sie denn ansprechen? Mit Queen oder mit Latifah?

Dana Owens: La Queenie oder Dana.

_ulysses: Dana, „New York Taxi“ ist das Remake des französischen Films „Taxi“. Im Original spielte allerdings ein männlicher Schauspieler Ihre Rolle. Überredeten Sie Luc Besson, das zu ändern, oder war es seine Idee?

Dana: Luc wollte anfangs die Rolle nicht für eine Frau umschreiben, aber dann schlugen ihm meine Agenten mich vor. Das fand er interessant genug, um seine Meinung zu ändern.

_ulysses: Gibt es eine erinnerungswürdige New-Yorker-Taxifahrt?

Dana: Ich kann mich nicht an eine bestimmte Taxifahrt in New York erinnern, aber ich habe in Manhattan Auto fahren gelernt, denn ich dachte: Wenn ich mit diesen irren New Yorker Taxifahrern mithalten kann, dann kann ich überall fahren, sogar in Rom. Deshalb kam ich extra von New Jersey nach Manhattan, um meinen Führerschein zu machen.

_ulysses: Haben Sie die Stunts in „New York Taxi“ selbst gemacht?

Dana: Einige davon, ja. Ich ließ mit dem Rennauto verbrannte Erde zurück! (lacht) Die wollten sehen, ob ich die Räder überdrehen kann und die schnellen Kurven schaffe. Ich hab‘ den Parkplatz am Backlot des Studios demoliert, das hat einen Riesenspaß gemacht! Die Stuntmänner haben dann die wirklich gefährlichen Szenen übernommen.

_ulysses: Können Sie mit Autos gut umgehen?

Dana: Mechanisch bin ich eine Null. Meine Jungs erledigen das immer für mich. Mein erstes Auto war ein VW Jetta. Ich kaufte ihn um 1 500 Dollar von einem Müllplatz, steckte nochmal 1 500 Dollar rein, um ihn herzurichten. Damals war ich 17 oder 18. Ich baute ein tolles Stereosystem ein, ein paar fette Stoßtangen und lackierte ihn um. Er hatte einen Schriftzug an der Seite: „Ladies first“. Das war cool. Wenn ich den Block runterfuhr, wusste jeder: Da kommt La Queenie!

_ulysses: Sind Sie ein Opfer der Geschwindigkeit?

Dana: Schuldig. Manchmal kann ich echt nicht auf die anderen warten! (lacht)

_ulysses: Sie bekommen im Film einen schönen Heiratsantrag – ist Ihnen das im Leben auch schon passiert?

Dana: Anträge bekam ich schon mehrere, aber nicht alle waren so romantisch! (lacht) Die Männer waren sich wohl nicht sicher, dass ich ja sagen würde, und wollten nicht viel riskieren. Aber mein Freund drohte mir, und ich meinte: Okay, wenn du es live im Fernsehen machst, dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig! (lacht). Das ist eine sehr süße Geste. Und es passiert einem ja nur einmal im Leben, warum also nicht?

_ulysses: Die meisten Stars in Hollywood heiraten mehr als einmal …

Dana: Ja, aber das ist nicht mein Plan! Ich will nicht durch eine Scheidung durch. Eine Ehe, that‘s it!

_ulysses: Belle, Ihr Filmcharakter, versteht den Antrag anfangs überhaupt nicht. Deuten Sie Signale besser?

Dana: Ich bin besser im Kommunizieren, weiß aber nicht, ob ich besser im Deuten von Signalen bin. Ich bevorzuge Leute, die direkt sind. Mir ist klar, dass die Typen nicht so toll sind, was das betrifft. Männer lassen sich durch Direktheit oft einschüchtern, besonders, wenn die Frau ihr eigenes Geld verdient. Dabei wollen wir doch nur, dass uns jemand zuhört, uns Gefühle zeigt, das Badewasser einlässt – nette, einfache, sexy Gesten. Den Rest erledigen wir selbst.

_ulysses: Sie sagten kürzlich in einem Interview: „Meine Mama sagte immer, ich würde mal einen älteren Mann heiraten, denn es muss einer sein, der mit mir fertig wird. Ich bin eine Portion Arbeit.“ Was macht Sie zu einer Portion Arbeit, Dana?

Dana: Ich bin anstrengend, weil ich Anweisungen nicht gut folge. Jüngere Männer sind meist eingeschüchtert, wenn du diejenige bist, die die Brötchen verdient und selbstbewusst bist. Meine Mutter denkt, dass ein Mann, der schon einiges erlebt hat und der weiß, wer er ist, mir am ehestens vertrauen kann. Denn ich bin da draußen, bin eine öffentliche Person mit einem seltsamen Job, der auch mal von einem verlangt, dass man anderen Männern nahe kommt. Aber das heißt nicht, dass ich den Mann betrüge. Er muss den Unterschied erkennen und ihn akzeptieren können.

_ulysses: Sie starteten als Rapperin, wurden dann mit einer TV-Sitcom bekannt und haben den Übergang zum Leinwandstar mit eigener Produktionsgesellschaft geschafft. Hat Ihre Rap-Karriere Sie auf den Erfolg als Film-Mogul vorbereitet?

Dana: Die Tatsache, dass ich eine Rap-Karriere gemacht habe, bevor ich zu schauspielern begann, hat es mir viel leichter gemacht, die richtigen Rollen auszuwählen. Ich war keine hungernde Möchtegern-Schauspielerin, sondern ein gut verdienender Rap-Star. Wenn man hungert, nimmt man alles an, und viele gute Schauspieler ruinieren sich ihre Karriere, bevor sie richtig beginnt. Mich brachte meine ganze Stärke und Frechheit, die ich als Rapperin habe, zu meiner Schauspielkarriere.

Interview: Elisabeth Sereda

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