Ernst sein ist alles
Mit diszipliniertem Sound und vornehmlich ernsten Themen gibt sich Rainald Grebe auf „Popmusik“ so empathisch und nachdenklich wie nie.

Als Rainald Grebe 2007 mit „Volksmusik“ einmal ein Genre zum Albumtitel machte, deklinierte er dieses Genre nicht einfach durch – er drehte die Volksmusik schlicht durch den Nonsenswolf. Jetzt kommt „Popmusik“, und der Ansatz ist zum Teil ein ganz anderer. Ausnahmen: der Opener „Wissenschaft ist eine Meinung“, ein klassischer Grebe zum Mitsingen und eine Verarsche der aktuell nur noch nervenden Coronaleugner. Hört man weiter, fallen deutliche Zitate etwa von Trio – „Der Klick“ könnte auch ein NDW-Hit sein – und Queen auf.
Martin Bechler, der mit der Formation Fortuna Ehrenfeld bei Grand Hotel van Cleef unter Vertrag ist, produziert Grebe schon seit Jahren, erstmals aber ist er auch an der Komposition der Songs und der Instrumentierung beteiligt. Die Folge: Grebe selbst hat kein Instrument angefasst, was man sofort merkt. Disziplin ist eingekehrt in die Arrangements, in denen keine Gitarre vorkommt, dafür aber viel Soundteppich aus Bläsern und Synthetik. Grebe hat sich thematisch deutlich entwickelt – er ist noch einmal ernster geworden. „Flugbegleiterin“, „Während du schliefst“ und „Der Tod“ sind Songs voller Empathie und Nachdenklichkeit.
Popmusik erscheint am 5. Februar.
Musik


Neue Single: Pomme sucht ihren eigenen Pfad außerhalb der Karte

Im zweiten Anlauf: New Constellations im Interview
Hörenswert

Who loves the Sun von CHAT PILE
Erst sechs Jahren existiert die Metal-Band Chat Pile. Trotzdem finden sie auf ihrem neuen Album „Who loves the Sun“ ihren ganz eigenen Sound.

The Gem von JULIA JACKLIN
Julia Jacklin arbeitet für ihr neues Album „The Gem“ erstmals mit dem legendären Indie-Label 4AD zusammen. Mehr als ganz nett klingt das aber nur selten.

Stadt aus Gold: TRETTMANNs neue Single erscheint am Freitag
Trettmann bringt mit „Stadt aus Gold" 2027 ein neues Album heraus. Schon jetzt erscheint die erste, deutlich düsterere Single.
