MUSIK

Statement des Reeperbahn Festivals: „Kritik deutlich vernommen“

Schlange Reeperbahn Festival Ticketkasse
Eine Schlange am Ticket Desk des Reeperbahn Festivals.Foto: Lidija Delovska

Das Reeperbahn Festival hat auf Kritik an seiner diesjährigen Ausgabe geantwortet. In einem Blogpost auf seiner Website hat das Team des Festivals ein Statement über die organisatorischen Schwierigkeiten geteilt, mit dem sich das Festival in diesem Jahr aufgrund der immer noch andauernden Coronapandemie konfrontiert gesehen hat.

Das Festival, das vom 22. bis zum 25. September in verschiedenen Klubs und Spielstätten in Hamburg stattgefunden hat, war bereits während des Festivals und insbesondere danach vermehrt in die Kritik geraten. Die Gründe: zum Teil stundenlange Wartezeiten durch überfüllte Venues, bevorzugte Behandlung beim Einlass für Insider der Musikindustrie und die Tatsache, dass das Festival in in 3G stattgefunden hat.

Reeperbahn Festival: Kritik wird ernstgenommen

„ … wir haben Eure Kritik bezüglich der Umsetzung insbesondere der langen Wartezeiten vor den Spielstätten deutlich vernommen und nehmen sie sehr ernst“, heißt es direkt zu Anfang in dem Statement. Konkret hat das Team des Reeperbahn Festivals sich besonders in zwei Kritikpunkten entschuldigt: Die teilweise schlecht verteilten Zuschauer:innen-Kapazitäten seien entstanden, da das Team im Verlauf des Festivals von der Verteilung des Publikums überrascht worden sei.

„Wir haben die diesjährige und bis zuletzt in vielerlei Hinsicht schwer einschätzbare Ausgabe, mit einer Auslastung von max. 80% der Gesamtkapazität geplant und zwei große Open Air Spielorte (DRAUSSEN IM GRÜNEN & ARTE Concert Stage) mit ins Programm genommen“, heißt es weiter im Statement.

„Dazu haben wir Acts, bei denen eine größere Nachfrage zu erwarten war, in diesem Jahr mehrfach auftreten lassen, damit die Besucher*innen mehrere Möglichkeiten hatten, diese auch erleben zu können. Leider mussten wir feststellen, dass dieses Konzept nicht wie erhofft aufgegangen ist. Dadurch entstand der Eindruck, wir hätten über Kapazität verkauft, was nicht zutrifft. Es gab neben den vollen Clubs auch Spielorte mit größerer Kapazität, die trotz starkem Programm leider nur halbvoll geblieben sind.“

2G ist wünschenswert

Auch was die Durchführung im 3G-Modell angeht hat das Statement eine Erklärung angeboten. „Wir haben im Vorfeld in zahlreichen Interviews zu Protokoll gegeben, dass wir sehr gern in 2G veranstaltet hätten. Als sich diese Möglichkeit mittels der 50. Eindämmungsverordnung Ende August bot, haben wir alle sich daraus ergebenden konkreten Anwendungs-Optionen in Bezug auf unsere Veranstaltung in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt detailliert geprüft“, so das Statement.

Aber: „Im Ergebnis wurde festgestellt, dass eine Einhaltung der mit der 2G-Wahloption verbundenen Auflagen für eine derart komplexe und internationale Veranstaltung wie das Reeperbahn Festival mit dem gegebenen Vorlauf nicht genehmigungsfähig ist, weshalb für uns letztlich nur die Durchführung 3G in Frage kam.“

Erklärung für Delegate Lanes

Lediglich was die sogenannten Delegate Lanes betrifft, also den bevorzugten Einlass von Journalist:innen, Labelmitarbeiter:innen und weiteren Mitwirkenden in der Musikindustrie, hat das Reeperbahn Festival die Kritik teilweise zurückgewiesen.

„Viele monieren, dass das Problem der langen Wartezeiten und Einlass-Stopps durch den bevorzugten Einlass von Inhaber*innen eines Delegates-Passes erheblich verstärkt worden sei“, heißt es in dem Statement. Und tatsächlich hat das Reeperbahn Festival sich nach Kritik am Einlass entschieden, diesen zu verändern. „Im Laufe des Festivals haben wir die Delegates-Lanes teilweise aufgeweicht, da sie, anders als in „normalen Jahren“, aufgrund der geringen Kapazitäten nicht überall funktioniert haben. Wir möchten aber dennoch um Verständnis werben und den Hintergrund an dieser Stelle einmal erklären“.

So stehen die Delegate Lanes vor allem bereit, da das Reeperbahn Festival für viele Besucher:innen einen Arbeitshintergrund haben. Der bevorzugte Einlass muss also erfolgen, um auch sicherzustellen, dass alle, die aus beruflichen Gründen am Festival teilnehmen, diesem Arbeitsauftrag auch nachgehen können.

Trotzdem gesteht das Reeperbahn Festival nach der Kritik ein: „Dieses Kontingent ist üblicherweise von vornherein mit eingeplant und sollte somit keinen Einfluss auf die Gesamtkapazität einer Spielstätte haben. Wir geben zu: Das hat in diesem Jahr nicht gut geklappt.“

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